Anja Karliczek äußert sich
„Sagen wir doch einfach Abschiebung“

Greven/Brochterbeck -

Regionales Strippenziehen beim Neujahrsempfang des RP, danach zurück an den Fuß der Berge ins heimische Brochterbeck und am Abend einfach Beine hoch beim Bergdoktor und im Kreise der Familie – Wellness für Anja Karliczek, die tags drauf im Familienhotel heimische Journalisten zum Erfahrungsaustausch trifft.

Montag, 16.01.2017, 05:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 16.01.2017, 05:00 Uhr
Anja Karliczek äußert sich beim Frühstück mit Journalisten: Freundlich lächelnd, aber bestimmt.
Anja Karliczek äußert sich beim Frühstück mit Journalisten: Freundlich lächelnd, aber bestimmt. Foto: Ulrich Reske

Apropos Treffen: Erstmals kam die Bundestagabgeordnete beim RP mit dem designierten neuen Flughafenchef zusammen. Und das schürt den Optimismus der Abgeordneten, die immer, wenn es um Greven geht, sich mit dem schwächelnden FMO konfrontiert sieht. „Prof Rainer Schwarz ist sehr gut vernetzt“, setzt sie große Hoffnung auf den Neuen, verweist zudem auf den guten Job, den er derzeit am Flughafen Rostock macht. „War sein Vorgänger Prof. Stöwer nicht auch gut vernetzt?“ Doch da schenkt die Pilotenfrau dem Fragenden nur ein charmantes Lächeln. „Keinen anderen Flughafen gibt es mit so kurzen Wegen und einer vorzüglichen Park-Infrastruktur,“ überspringt sie die Nachfrage. Der Einwand, dass dies den Flughafen auch in der Vergangenheit nicht zu einem Boom-Airport gemacht habe, pariert sie mit dem Hinweis, dass diese Merkmale in der Vergangenheit viel zu wenig her­ausgestellt wurden.

Natürlich dominiert beim Frühstückstermin die Bundespolitik. Anja Karliczek pickt nur ein wenig frisches Obst vom Teller, denn das eigentliche Frühstück, entschuldigt sie sich, habe sie mit dem 16-jährigen Sohnemann vor Schulbeginn genossen. Eine seltene Gelegenheit.

Bundespolitik: Da geht´s über ihr Spezialthema Renten und Lebensversicherungen über Trumps Wahl und die AfD rasch zum Thema Flüchtlinge. „Härter und konsequenter müssten Gesetze angewandt werden.“ Die dreifache Mutter zieht dabei durchaus auch Parallelen zur Kindererziehung. „Wenn man weiß, wo es langgeht, ist das einfach gut und berechenbar.“ Auch eine klare Sprache wünscht sich Anja Karliczek, keine Vernebelungen. „Begriffe wie Rückführungsmanagement finde ich einfach krank. Sagen wir doch einfach Abschiebung.“

Die Integration der Flüchtlinge sei ein Thema, das sich vor allem vor Ort abspielen müsse. Ganz im Gegensatz zu Datenerfassung, Kontrolle und Sicherheit. Da sieht die Brochterbeckerin den Bund vorn. Gerade aber beim Thema Integration ist für sie Genugtuung, dass die oftmals beklagte fehlende Ehrenamtlichkeit hier sehr gut funktioniere. „Wir jammern zwar, aber wenn es brennt, finden sich immer Menschen, die helfen,“ ist ihre Erfahrung.

Auch wenn die Abgeordnete auf die Frage nach ihrem persönlichen Abschneiden bei der Bundestagswahl im September nicht so recht mit einer Prognose herausrücken möchte, ihre persönliche Referentin Annegret Raffel hat dies bezüglich längst alles klar gemacht. Sie verzichtete auf den Parteivorsitz in Saerbeck (wir berichteten), um auch in der nächsten Legislaturperiode voll an der Seite der Abgeordneten stehen zu können.

Als kleine Aufmerksamkeit nach dem politischen Frühstück offeriert Anja Karliczek den Journalisten einen Kalender mit Reichstags-Motiven von CDU- und CSU-Fraktion. Ob denn dieses Bündnis trotz Obergrenzen-Kontroverse auch nach September noch Bestand haben werde?, wollen wir wissen. Und da gibt´s eine klare Antwort: „Ja“. Wenn Seehofer nämlich spalten wolle, würden viele CSU-Abgeordnete ihm den Rücken kehren und in die CDU-Fraktion wechseln. „Und das kann er ja nicht wollen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4560756?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F4849293%2F4849296%2F
RWI-Studie: Wohnen wird im Münsterland extrem teuer
Immobilienpreise: RWI-Studie: Wohnen wird im Münsterland extrem teuer
Nachrichten-Ticker