Serie: Mein Arbeitsplatz
Mit Kreativität und Herzblut

Greven -

Der vielfältige Beruf des Goldschmieds existiert schon seit der Antike. Seit 61 Jahren ist Norbert Haumer als Goldschmied tätig, vor 50 Jahren absolvierte er seine Meisterprüfung, seit 1969 ist er selbstständig. „Ich bin stolz, Goldschmied zu sein“, erzählt Haumer.

Dienstag, 24.01.2017, 19:01 Uhr

Die Mitarbeiterinnen Barbara Pawlak (links) und Susanne Haumer-Rathjen der Goldschmiede Haumer führen ihren kreativen Beruf mit Leidenschaft aus.
Die Mitarbeiterinnen Barbara Pawlak (links) und Susanne Haumer-Rathjen der Goldschmiede Haumer führen ihren kreativen Beruf mit Leidenschaft aus. Foto: Vera Brüssow

Seine zwei Mitarbeiterinnen Barbara Pawlak und Susanne Haumer-Rathjen gehen ebenso wie Norbert Haumer vollkommen in ihrem Beruf auf. Das Besondere daran ist die Kreativität und die Herausforderung, etwas Individuelles zu erschaffen. Die Produktion reicht von filigranen Stücken über mittelgroße Teile bis zu großen Anfertigungen.

„Ich schätze es, wenn Kunden eigene Ideen mitbringen und wir daraus etwas fertigen sollen. Das Unmögliche ist normal“, berichtet Haumer über seine Lieblingsaufgabe: die Herausforderung, etwas zu erschaffen, das keinem Trend nachgeht, sondern ganz individuell gefertigt wird.

Das Aufgabengebiet eines Goldschmieds ist breit gefächert: Er entwirft Schmuck und stellt ihn auch her oder setzt gezeichnete Kundenvorstellungen um. Verschiedene Materialen werden beispielsweise gewalzt, gelötet oder geschweißt und zu einem Schmuckstück verarbeitet. Schmuck kann aber auch durch zuvor modellierte Wachsteile gegossen werden, das sei aber nicht jedermanns Sache, wie Haumer informiert.

Doch nicht nur neues Material wird verarbeitet. Haumer kauft Goldschmuck an, dieser wird recycelt oder, wenn möglich, auf Kundenwunsch direkt zu neuen Schmuckstücken verarbeiten. Diese Produktionsart wird vor allem bei Trauringen angewendet. „Das ist 100 Prozent Fair-Trade“, lacht er.

Die Produktion von individuellen Schützenorden gehört zur Spezialität des Hauses Haumer. Schon früh erlernen Auszubildende im dreieinhalbjährigen Ausbildungsberuf im Betrieb und in der Berufsschule, wie wichtig es ist, kreativ zu sein. Als Abschlussarbeit wird ein eigenes gefertigtes Schmuckstück erstellt, welches als Gesellenstück gilt. Haumer ist seit Jahren Ehren-Obermeister der Innung und nimmt Prüfungen der Nachwuchs-Goldschmiede ab. „Diese Aufgabe macht unglaublich viel Spaß.“

Auch wenn sich der Goldschmiedemeister zum Ende des Jahres zurückziehen möchte, um das Geschäft an seine Tochter Susanne Haumer-Rathjen zu übergeben, wird deutlich, wie sehr Haumer seinen Beruf liebt und mit welcher Leidenschaft er ihn ausübt.

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