WWB-Trio in der Schmiede
Das Gute liegt so nah

Greven -

Das WWB-Trio präsentierte in der Kulturschmiede Jazz-Standards, aber ebenso einige Überraschungen: musikalische Leckerbissen, die nicht in jedem Jazz-Keller Tag für Tag aus den Boxen schallen.

Sonntag, 29.01.2017, 12:01 Uhr

Mit Gitarrist Rolf Schorfheide holte sich das Trio im zweiten Teil des Konzertes einen „Special Guest“ auf die Bühne.
Mit Gitarrist Rolf Schorfheide holte sich das Trio im zweiten Teil des Konzertes einen „Special Guest“ auf die Bühne. Foto: Jannis Beckermann

Es schien ein bisschen so, als hätten sich die versierten Kulturmacher von der KI ein geflügeltes Wort zu Eigen gemacht: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Diese Frage sollte man vielleicht öfter stellen, wenn es nach den Erfahrungen dieses durchaus eindrucksvollen Jazz-Konzertes vom Samstagabend geht. Zu Gast in der Schmiede war das WWB-Trio, eine Jazz-Combo dreier Rheinenser Musiker, unter ihnen ein für viele Grevener alter Bekannter.

Andreas Wermeling , Sohn der Emsstadt, Kirchenmusiker und Jazzpianist, kennen viele

  Foto: Jannis Beckermann

jedenfalls noch als Organisten aus der Marienkirche, wo er schon in den 70ern als 18-Jähriger zur Messe in die Tasten griff. Heute wirkt Wermeling genauso wie seine Mitstreiter Kalin Wilson (Bass) und Michael Biewald (Schlagzeug) in Rheine . „Und schon wissen Sie auch, warum wir WWB-Trio heißen“, zwinkerte letzterer über die simple, am Nachnamen orientierte Namens-Wahl der Band, die aber alles andere als simple Musik macht.

„Mehr als nur Jazz-Standards“, hatte es im Vorfeld geheißen. Wobei das Trio selbst eben jenen Klassikern wie „Mercy, mercy, mercy“ oder Herbie Hancocks „Cantaloupe Island“ gekonnt den eigenen Stil, den eigenen Sound aufzudrücken vermochte.

Gleichzeitig gab’s aber ebenso musikalische Leckerbissen, die nicht in jedem Jazz-Keller Tag für Tag aus den Boxen schallen. Pink Floyd etwa, verjazzt, verträumt, „so wie Sie es noch nie gehört haben.“ Das Publikum adelte schon hier im ersten Set den Auftritt mit frenetischem Beifall.

Es war allerdings nur der Anfang für einen Rundumschlag, der im zweiten Teil mit Gitarrist Rolf Schorfheide noch einen Special Guest auf die Bühne holte. Ein wenig Hammond-Sound, mal groovig mit Tiefgang, mal flitzend-flott, mal fast verwunschen mit Besenstrich – die Bandbreite der Stücke gefällt und überrascht gerade mit weniger bekannten Interpreten als Hancock und Co.

Einer davon ist letztlich Andreas Wermeling selbst. „Ohne Worte“, heißt eines der Eigenwerke, die das Trio in der Kulturschmiede intoniert und damit einen mehr als gelungenen Konzertabend der Marke „Jazz made in Greven “ beschließt.

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