Kriminacht in der Stadtbibliothek
Die feine Kunst des Mordens

Greven -

Gleich drei Vertreter der Kunst des – literarischen – Mordens gaben sich in der Stadtbibliothek die Ehre: Jürgen Kehre Maria Rhein und Dieter Beckmann.

Sonntag, 05.02.2017, 18:02 Uhr

Spaß am Mord und an eleganten Formulierungen haben Jürgen Kehrer und Maria Rhein. Sie plauderten amüsant aus ihren Krimi-Werkstätten.
Spaß am Mord und an eleganten Formulierungen haben Jürgen Kehrer und Maria Rhein. Sie plauderten amüsant aus ihren Krimi-Werkstätten. Foto: Axel Engels

Mord ist nicht gleich Mord, da muss nicht unbedingt das Blut in Strömen fließen. Dass es auch mit Feinsinn und sprachlicher Finesse geht, zeigten gleich drei prominente Autoren am Freitag bei der restlos ausverkauften Kriminacht in die Stadtbibliothek . Dass Münsterland hat eben auch auf dem Gebiet der „Mords-Geschichten“ viel zu bieten.

Mit Jürgen Kehrer , dem Autor der Wilsberg-Krimis, und dem Autorenduo Maria Rhein und Dieter Beckmann erlebte das begeisterte Publikum Sprachkünstler, die mit ihrer sympathisch natürlichen Art einfach jeden schon vor dem „ersten Mord“ in ihren Bann zogen. Im locker moderierten Gespräch führten die drei Autoren das Publikum erst einmal in ihre eigene Biographie beziehungsweise Arbeitsweise ein, zeigten so einen differenzierten Einblick in ihr künstlerisch-poetisches Schaffen.

Dass sich Maria Rhein und Dieter Beckmann vor vielen Jahren auf musikalischem Gebiet begegnet waren, bereicherte den Abend. Denn um in die Zeit ihrer Protagonisten einzuführen, stimmten sie zuerst einmal mit Gitarrenbegleitung zusammen mit dem Publikum das Widerstandslied „Die Gedanken sind frei“ mit dem Text aus der Feder Hoffmann von Fallersleben an, bevor es mit Auszügen aus ihrem historischen Kriminalroman „Die Sichel des Todes“ in die Zeit der Wiedertäufer ging.

Dort lag das Geheimnis verborgen in einem alten Kellergewölbe, das erst viele Jahre später in der Zeit des Zoogründers Prof. Hermann Landois den Anstoß für kriminalistische Aktivitäten gibt. Schon mit ihrem ersten Roman „Der Werwolf von Münster“ hatte das Autorenteam für Furore gesorgt, und „Die Sichel des Todes“ hat an diesem Abend sicherlich so manchen neuen Leser gefunden.

Einen Ausflug ins „mordlüsterne“ Münster war auch die Lesung mit Jürgen Kehrer. Als kriminalistisches Köstlichkeit wirkten die Auszüge aus seinem neuen Buch „Wilsberg- ein bisschen Mord muss sein“. Er nahm das gebannt lauschenden Publikum mit in die zwielichtige Welt der Zocker und Erpresser. Mit ausgeprägtem Sinn für Dramatik endete die Lesung genau zu dem Zeitpunkt, als man sich innerlich gerade in der schauerlichen Geschichte eingerichtet hatte. Für „Wilsberg - Ein bisschen Mord muss sein“ wie auch für die „Sichel des Todes“ gilt wohl, dass nur das eigene Lesen diesem Abend die abrundende Würze geben kann.

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