Krankenhaus-Bücherei eröffnet wieder
Futter für kranke Leseratten

Greven -

Es gibt sie seit Jahren, doch wegen der Turbulenzen um die Zukunft des Krankenhauses war sie 18 Monate lang geschlossen: die Bücherei des Maria-Josef-Hospitals. Jetzt wird sie aus dem Dornröschenschlaf geweckt.

Donnerstag, 09.02.2017, 15:02 Uhr

Das Bücherteam mit seinem Ausleihwagen:  Hermy Horn, Marianne Liering, Christina Cebella, Mechthild Schlautmann, Christa Rolvering-Schründer, Beatrix Ott, Dorothea Bruckmann kümmern sich künftig darum, dass die Patienten des Maria-Josef-Hospitals Lesefutter haben.
Das Bücherteam mit seinem Ausleihwagen:  Hermy Horn, Marianne Liering, Christina Cebella, Mechthild Schlautmann, Christa Rolvering-Schründer, Beatrix Ott, Dorothea Bruckmann kümmern sich künftig darum, dass die Patienten des Maria-Josef-Hospitals Lesefutter haben. Foto: Monika Gerharz

Krankenhaus? Da ist alles steril und weiß, und es riecht nach Desinfektionsmittel? Irrtum. Ganz oben, im fünften Stock, gibt es eine gemütliche, farbenfrohe Stube – die Krankenhaus-Bücherei. Seit dem Ende der CKT vor eineinhalb Jahren lag sie im Dornröschenschlaf . Doch jetzt, nachdem die Franziskus-Stiftung das Haus übernommen hat, wird sie wachgeküsst. „Ab März gibt es regelmäßige Ausleihen“, verspricht Büchereileiterin Beatrix Ott , die hauptamtliche Leiterin. Dann werden die acht Frauen, die ehrenamtlich die Bücherei betreuen, mit ihrem voll bepackten Bücherwagen jede Woche einmal jede Station besuchen. Wer nicht mobil ist, kann zwischendurch anrufen und sich ein Buch bringen lassen. Und wer selbst schmökern möchte, ist zu den Öffnungszeiten jederzeit in der Bücherei willkommen. „Vielleicht sollten wir noch ein Sofa mit einer Leselampe haben?“, überlegen die Frauen, wie sie ihre Bücherei noch attraktiver machen können. Denn sie wünschen sich, dass Patienten gerne mal das Bett verlassen und vorbeischauen. „Förderung der Mobilität“, nennt sich das im Fachjargon.

Ein Besuch jedenfalls lohnt sich. 2000 Bücher, 250 CDs inklusive Hörbücher, viele Spiele stehen zur Ausleihe bereit. „Sie finden hier keine Ladenhüter“, betont Beatrix Ott. Derzeit ist es natürlich noch „das Allerneueste von vor zwei Jahren“, aber das soll sich mit dem Etat, der halb vom Bistum, halb vom Krankenhaus gestemmt wird, in diesen Tagen ändern – die neue Leiterin hat gut verhandelt, deutet sie an, und ist jetzt auf Einkaufstour. „Wir haben eine Auswahl, die man durchaus mit einer kleinen Stadtbibliothek vergleichen kann“, legt sie Wert auf einen Bestand, der „was Spannendes und was fürs Herz“ bieten muss, je nach Stimmungslage der Kunden. Auch Fachbücher zu Gesundheitsthemen sind wichtig, außerdem Bücher zum Vorlesen für Kinder und Schwerkranke, denn auch Angehörige sollen fündig werden. Selbst Leute, die nicht die größten Leseratten sind, können vom Bücherei-Team profitieren. Ein kleiner Plausch bei den wöchentlichen Besuchen auf der Station sitzt immer drin. „Für mich ist diese Aufgabe auch ein sozialer Dienst am Patienten“, sagt Dorothea Bruckmann . „Viele Leute freuen sich einfach, wenn mal jemand zu ihnen ans Bett kommt, der keinen Kittel anhat.“

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Die Krankenhaus-Bücherei ist ab 1. März von montags bis freitags jeweils von 10 Uhr bis 12 Uhr geöffnet.

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