Förderantrag für Grevener Projekte
Reckenfeld chancenlos

Greven/Reckenfeld -

Für fünf Grevener Projekte stellt die Stadt einen Förderantrag, um Geld aus einem Düsseldorfer Topf zu bekommen. Die Verwaltung musste im Rat erklären, warum die Verlagerung der Reckenfelder Sportplätze im Förderantrag außen vor bleibt.

Freitag, 24.03.2017, 15:03 Uhr

Der Fördertopf „Integration in Wohnquartieren“ stellt 55 Millionen Euro bereit – doch nur für Projekte, die bestimmte Kriterien erfüllen. Die Verlagerung der Sportplätze in der Reckenfelder Ortsmitte zählt nicht dazu.  
Der Fördertopf „Integration in Wohnquartieren“ stellt 55 Millionen Euro bereit – doch nur für Projekte, die bestimmte Kriterien erfüllen. Die Verlagerung der Sportplätze in der Reckenfelder Ortsmitte zählt nicht dazu.   Foto: Wilfried Gerharz

Vom „Appetit auf Fördergelder“ – so titelte diese Zeitung – hatte die Stadtverwaltung schon in der Hauptausschusssitzung vor rund zwei Wochen berichtet. Den mit 55 Millionen Euro gefüllten Topf „Integration in Wohnquartieren“ will man anzapfen – für welche Projekte genau die Förderung beantragt werden soll, gab die Stadt jetzt im Rahmen der Ratssitzung bekannt.

Es geht um die Erweiterung der Martini-Grundschule, die Mensaerweiterung der Gesamtschule, die Gestaltung der Außenanlagen der Gesamtschule, den Wöstenpark und die Überarbeitung des Spielplatzes Sachsenstraße – und zwar genau in dieser Reihenfolge. Der Antrag auf Förderung muss bis Anfang Mai eingereicht werden.

Im Idealfall könne man mit einem 90-Prozent-Zuschuss rechnen. Allemal ein Grund, den Hut in den Ring zu werfen, auch wenn Bürgermeister Peter Vennemeyer einräumte, dass bei 55 Millionen Euro und rund 400 Kommunen in NRW die Aussichten auf Erfolg überschaubar seien.

Reckenfeld kommt nicht zum Zuge. Das passt Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) überhaupt nicht. „Reckenfeld müsste wesentlich intensiver bedacht werden. Oder, um es anders zu sagen: Reckenfeld wird derzeit deutlich benachteiligt.“

Dass Reckenfeld beim Förderantrag unberücksichtigt bleibt, hat hingegen Gründe, wie Matthias Bücker , im Rathaus derzeit (mangels Kämmerer) der Mann für Finanzfragen. Man habe mit der Bezirksregierung sehr wohl über die Verlagerung der Sportplätze gesprochen, doch bei diesen handele es sich um einen „Ersatzneubau“, noch dazu liege er „nicht in einem bestehenden Stadtumbaugebiet“. Zudem fehle eine integrierte Planung wie etwa ein stadtweites Sportflächenkonzept. Das aber seien Voraussetzungen.

„Wir haben zunächst angenommen, dass sich die Verlagerung der Sportplätze von der Ortsmitte an den Wittlerdamm für diesen Förderantrag durchaus anbietet“, verdeutlichte Bücker. Aber: „Die Bezirksregierung kam zu dem Schluss, dass ein Förderantrag hier nicht zielführend ist.“

„Es wurden von der Verwaltung nur Maßnahmen geprüft, deren Umsetzung ohnehin geplant ist“, sagte Bücker. Dass manche Bauvorhaben nicht aufgeführt seien, sei keine Entscheidung gegen diese Maßnahmen“. Man habe schlicht danach ausgesucht, ob die Förderkriterien erfüllt werden. Was für Reckenfelds Sportplätze offenbar nicht gilt.

Vennemeyer ergänzte, dass sich nichts an den Prioritäten geändert habe, die mit dem Haushalt festgelegt wurden. Man versuche lediglich, Gelder für bestimmte Projekte (falls erfolgversprechend) einzuwerben. „Es ändert sich dadurch nichts an den Dingen, die wir für Reckenfeld beschlossen haben.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4724147?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F4849293%2F4849294%2F
Die Römer sind auf dem Vormarsch
Angriff!Grimmig gucken können die Freizeit-Legionäre Ralf Koritko, Carsten Kraft und Niels-Benjamin Hahn (v.l.) schon. Wilfried Gerharz Wilfried Gerharz
Nachrichten-Ticker