Landgerichts-Urteil
Kat-Diebe ins Gefängnis

Reckenfeld -

Die Katalysatordiebe bleiben für längere Zeit hinter Gittern. Haftstrafen von über bzw. fast fünf Jahren verhängte die 9. Große Strafkammer des Landgerichts Münster am Montag gegen die vier Männer, die seit 1. März auf der Anklagebank saßen (unsere Zeitung berichtete).

Montag, 03.04.2017, 17:04 Uhr

Ihr Stützpunkt war das Haus eines Bekannten in Reckenfeld . Von dort aus starteten die vier Männer im Alter von 26 bis 33 Jahren ihre nächtlichen Diebestouren durch NRW , Hessen und Niedersachsen. Zwischen August 2014 und Januar 2016 stahlen sie in Fahrzeugteile auf Firmengeländern in Gewerbegebieten. 49 Fälle umfasste die Anklage. Der Gesamtschaden lag laut Staatsanwaltschaft über 340 000 Euro.

Im Rahmen einer Verständigung zwischen allen Prozessbeteiligten hatten die Angeklagten alle Anklagepunkte eingeräumt. Hintermänner, Helfer oder Hehler für ihr Diebesgut nannten sie allerdings nicht. Der Landsmann, der den vier Angeklagten in Greven Unterschlupf und logistische Hilfe geboten hatte, war bereits vorab wegen Beihilfe verurteilt worden.

In zwei festen Paaren gingen die Männer immer mit denselben Autos auf Tour. Ihre Spezialität waren Katalysatoren. Die Abgasanlagen montierten sie ausschließlich von Mercedes-Sprintern ab. Die Schäden, die sie dabei an den Fahrzeugen anrichteten, waren zum Teil zehnmal so hoch wie der Erlös, denn sie beim Verkauf der Katalysatoren erzielten.

Die erbeuteten Ersatzteile versteckten die Diebe zunächst immer in der Nähe der Tatorte. Später sammelten sie sie ein und brachten sie in die Niederlande. Von dort aus wurden sie weiterverkauft.

Nach den Geständnissen der Täter hatte das Gericht einen Strafrahmen von vier Jahren und neun Monaten bis zu fünf Jahren und neun Monaten in Aussicht gestellt.

Die Geständnisse hielt Staatsanwalt Dr. Thorsten Sumpmann den Angeklagten zugute. Dennoch sprach er im Plädoyer von besonders schweren und gewerbsmäßig organisierten Diebstählen und forderte daher für alle vier jeweils die möglichen Höchststrafen. Die Angeklagten und ihre Verteidiger baten das Gericht, an der unteren Grenze des Strafrahmens zu bleiben.

Die Kammer verkündete schließlich für drei Angeklagte ein Strafmaß, das genau in der Mitte blieb, nämlich fünf Jahre und drei Monate. Nur für den vierten Angeklagten blieb das Gericht mit vier Jahren und neun Monaten an der unteren Grenze. Dieser Angeklagte hatte sich den Behörden freiwillig gestellt.

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