Landesentwicklungsgesellschaft
„NRW urban“ bekommt Federführung für die Ortsmitte

Reckenfeld -

Die Entwicklung der Ortsmitte Reckenfeld wird wahrscheinlich in hochprofessionelle Hände gelegt: Die Stadt Greven hat beantragt, dass die Landesentwicklungsgesellschaft „NRW. URBAN“ die Federführung des Projektes übernimmt. Das hat jetzt Bürgermeister Peter Vennemeyer im Bezirksausschuss Reckenfeld mitgeteilt.

Freitag, 07.04.2017, 10:04 Uhr

Neues Wohnviertel statt Sportplätze:  Mit dem Umzug des SCR an den Wittler Damm scheint es in absehbarer Zeit etwas zu werden.
Neues Wohnviertel statt Sportplätze:  Mit dem Umzug des SCR an den Wittler Damm scheint es in absehbarer Zeit etwas zu werden. Foto: Wilfried Gerharz

„Wir gehen davon aus, dass das etwas wird“, sagte Vennemeyer . In Greven sei die Entwicklungsgesellschaft zwar noch nicht unterwegs gewesen, aber in Nordwalde und anderen Münsterland-Städten habe man damit gute Erfahrungen gemacht. „Die angebotenen Dienstleistungen gehen bis zu Kauf und Vermarktung“, erläutert der Bürgermeister.

Damit die Ortsmitte – also das Viertel hinter der alten Hauptschule – für Wohnbebauung entwickelt werden kann, müssen die dort bestehenden Sportplätze an den Wittler Damm verlegt werden. Vennemeyer kündigte an, nach den Osterferien über das Thema mit dem SC Reckenfeld verhandeln zu wollen. 2018 könne mit dem Bau der neuen Sportplätze begonnen werden – ein Versprechen, das SCR-Vorsitzender Andrew Termöllen noch nicht so recht glauben mag. „Es gibt in diesem Zusammenhang ständig neue Projekte und Analysen“, sagte er und verwies darauf, dass man sich schon seit 2007 im Rahmen von „Reckenfeld 2020“ mit der Entwicklung der Ortsmitte befasst habe. Immer wieder habe es neue Ideen gegeben, geschehen sei nichts. „Ich habe keine Lust mehr an diesem Ping-Pong-Spiel“, sagte er. Er und sein Verein warteten nun auf die Vorschläge der Stadt. „Das alles liegt nicht in unserer Hand“, sagte er dieser Zeitung.

Auch im Bezirksausschuss gab es Stimmen, die darauf drängten, es auf keinen Fall zu Verzögerungen kommen zu lassen. Klaus Schwenken (CDU) wies darauf hin, dass es in Reckenfeld sehr viel Druck gebe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Der Umzug des SCR muss geplant, die Fläche muss in Bauland umgewidmet werden.“ Der Bürgermeister wies allerdings darauf hin, dass auch genau analysiert werden müsse, welche Bedarfe Reckenfeld habe, vor allem, wenn es um öffentlich geförderte Wohnungen gehen. „Wir müssen wissen, was wir wollen“, sagte er und forderte, mit den rund vier zur Verfügung stehenden Hektar sorgsam umzugehen, denn dies sei eine der wenigen großen Flächen, die Greven noch für Bebauung in der Planungshoheit habe. „Wenn wir da etwas machen, müssen wir nicht in Düsseldorf oder Münster nachfragen“, sagte er. „Wir sollten keinen Schnellschuss machen.“ Mit diesem Anliegen stieß Vennemeyer bei den meisten Ausschussmitgliedern auf Zustimmung. „Wir dürfen das nicht zupflastern“, forderte etwa Saskia Neufend (Reckenfeld direkt).

Wie genau nun NRW.URBAN die Entwicklung der Ortsmitte begleiten soll, das müsse politisch entschieden werden, sagte der Bürgermeister auf Anfrage. Das Angebot an Dienstleistungen der Landesentwicklungsgesellschaft jedenfalls ist groß (siehe Kasten). Für die Grevener Stadtplanung, die derzeit unter akuter Personalnot leidet (wir berichteten) könnte dies Entlastung bedeuten. „Aber natürlich muss ein solches Projekt von uns begleitet werden“, betonte Vennemeyer, dass die Stadt in enger Zusammenarbeit mit der Landesentwicklungsgesellschaft das letzte Wort behält.

Mehr zum Thema
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4753705?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F4849293%2F4894338%2F
Traktoren-Korso bremst am Dienstag den Verkehr aus
Bereits im April 2019 demonstrierten Landwirte aus dem Münsterland mit ihren Traktoren in Münster. 
Nachrichten-Ticker