Ampelschaltung vom Feuerwehrauto aus?
Retter sagen: Nein, danke!

Freie Fahrt an markanten Kreuzungen für die Feuerwehr, die alle Ampeln auf Rot stellen kann? eigentlich eine gute Idee. Aber die Retter winken ab – mit guten Gründen.

Mittwoch, 03.05.2017, 12:05 Uhr

Die Kreuzung B481/Königstraße hat bereits eine solche Ampelschaltung, bei zwei weiteren Knotenpunkten, für die dies beantragt war, bleibt erstmal alles beim Alten.  
Die Kreuzung B481/Königstraße hat bereits eine solche Ampelschaltung, bei zwei weiteren Knotenpunkten, für die dies beantragt war, bleibt erstmal alles beim Alten.   Foto: Stadt Greven

oh-Greven.Vorrang für die Feuerwehr an einigen markanten Kreuzungen in Greven ? Eine gute Idee, die eigentlich breite Zustimmung finden müsste. Vor allem bei der Feuerwehr. Sollte man meinen.

Doch die Retter in Blau winken dankend ab: Ampeln, die für alle Fahrtrichtungen auf rot springen und den Feuerwehrfahrzeugen so Vorfahrt verschaffen, seien in der Theorie eine gute Idee. In der Praxis nur bedingt. Einen Zeitvorteil bringen diese so genannten Vorrangschaltungen jedenfalls nicht, hat sich die Stadtverwaltung von Feuerwehrchef Matthias Wendker sagen lassen.

Allenfalls führe eine so ausgestattete Kreuzung zu einem Sicherheitsvorteil. Einen Geschwindigkeitsvorteil gebe es nicht, weil sich die Feuerwehr – rot hin oder her – relativ langsam den Kreuzungen nähere, da in vielen Fällen abgebogen werden müsse.

„Die Feuerwehr kann also relativ sicher sein, dass ihnen keiner reinfährt, kann aber eben doch nicht schneller fahren, weil man immer befürchten muss, dass sich Fahrzeugführer, wenn die Ampel lange rot ist, doch in die Kreuzung vortasten“, erläuterte André Kintrup , im Rathaus für Verkehrsfragen zuständig, nun im Betriebsausschuss.

Dort wurde ein Antrag der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen behandelt, nach deren Vorstellung neben einer bereits entsprechend ausgestatteten Kreuzung zusätzlich die Knotenpunkte Molkereikreuzung und Edekakreuzung umgerüstet werden sollen.

Da die Feuerwehr keinen Vorteil sieht, lehnte der Ausschuss den Antrag ab. Somit gibt es in Greven vorerst keine weiteren Vorrangschaltungen für die Feuerwehr, zumal dies mit erheblichen Kosten verbunden wäre. Pro Ampelanlage würden um die 25 000 Euro fällig, für jedes Fahrzeug (das mit einem Auslöser ausgestattet werden müsste) weitere 4300 Euro.

Eine einzige Kreuzung ist in Greven bereits mit einer Vorrangschaltung ausgestattet: die Kreuzung der B481 mit der Königstraße, sie liegt nur einen Steinwurf von der Feuerwache entfernt.

Drei Feuerwehrfahrzeuge und ein Notarztwagen der Malteser haben einen entsprechenden Funkschalter, mit dem sie die Ampeln auf rot springen lassen können.

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