Elisabeth Küper hat Geburtstag
Eine Schründerfrau wird 90

Greven -

Elisabeth Küper, die seit ihrer Kindheit an der Jürgenstraße wohnt, hat ihren 90. Geburtstag gefeiert.

Donnerstag, 04.05.2017, 19:05 Uhr

Im Kreise von Gratulanten:  Wilhelmine Küper mit Sohn Michael Küper, Tochter Lisa Mais (rechts) und der stellvertretenden Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben.
Im Kreise von Gratulanten:  Elisabeth Küper mit Sohn Michael Küper, Tochter Lisa Mais (rechts) und der stellvertretenden Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben. Foto: meg

Sie ist viel herumgekommen in ihrem Leben – die Kanaren kennt sie bestens, Mallorca , Madeira, die Türkei, die nordafrikanischen Staaten. Aber eine Reise hat Elisabeth Küper , die am Donnerstag 90 Jahre alt wurde, nie vergessen: Den elftägigen Fußmarsch von der Lüneburger Heide nach Greven, als sie ein junges Mädchen war. „Ich war beim Arbeitsdienst in der Nähe von Minden, als der Krieg zu Ende ging“, erzählt sie. Sie wurde nach dem Einmarsch der Engländer nach Norden gebracht – und von dort aus ging es per Pedes wieder in die Heimat – Züge verkehrten damals nur gelegentlich. „Ich war mit einer Lengericherin unterwegs“, erzählt sie – gewiss kein Sonntags-Spaziergang für die Mädchen.

Elisabeth Küper ist Grevenerin, auf der Jürgenstraße aufgewachsen. Noch heute wohnt sie fast gegenüber. „Das Haus gehörte den Gebrüder Schründern, und als die Firma 1962 aufgab, haben wir es für 10 000 Mark gekauft“, erzählt sie. „Das waren noch Preise!“, wundern sich die drei Enkelinnen, die ihrer rüstigen Oma an diesem Morgen gratulieren. Demnächst wird die 90-Jährige, die schon viele Jahre Witwe ist, übrigens Uroma. „Zum ersten Mal!“

Elisabeth Küper war 44 Jahre lang Schründerfrau – erst bei den Gebrüdern Schründer, dann bei Schründer-Cramer, dann bei Schründer-Söhne. „Ich habe immer gern gearbeitet“, erinnert sie sich. Ihr Mann und sie hatten Gegenschicht, damit die Kinder versorgt waren.

Doch das ist lange her. Mittlerweile wollen die Beine nicht mehr so gut, darum verzichtet die Jubilarin jetzt auf die geliebten Fahrten mit der Awo . Aber zum Bingospielen geht es jede Woche, genauso wie zum samstäglichen Klöntreff mit der Schwester nebenan. Sie liebt Gitterrätsel und Musiksendungen. „Und sonntags“, verrät die Enkelin, „sonntags sitzt Oma um halb zehn gestiefelt und gespornt vor dem Fernseher – für die Messe.“

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