Fördermittel werden beantragt
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Greven -

9,6 Prozent der Haushalte in Greven sind in Sachen Breitbandversorgung unterversorgt. Das ist das Ergebnis einer Markterforschung, deren Ergebnisse Claus Wissing von der Grevener Firma „WiR Solutions GmbH“ am Montagabend den Mitgliedern des Bezirksausschusses für die Bauerschaften präsentierte. Jetzt sollen Fördermittel beantragt werden, um auch diese Haushalte mit Breitbandanschlüssen versorgen zu können.

Dienstag, 16.05.2017, 18:05 Uhr

Schnelles Internet ist in einigen Gebieten in Greven noch Zukunftsmusik. Das soll sich aber demnächst ändern. Die Grevener Firma „WiR Solutions GmbH“ hat dazu Marktforschung betrieben und den Weg zu Fördermitteln aufgezeigt.
Schnelles Internet ist in einigen Gebieten in Greven noch Zukunftsmusik. Das soll sich aber demnächst ändern. Die Grevener Firma „WiR Solutions GmbH“ hat dazu Marktforschung betrieben und den Weg zu Fördermitteln aufgezeigt. Foto: dpa

Die Zahl klingt nicht wirklich spektakulär. Aber für die Betroffenen ist es sehr unbefriedigend. Fakt ist: 9,6 Prozent der Haushalte in Greven sind in Sachen Breitbandversorgung unterversorgt. Das ist das Ergebnis einer Markterforschung, deren Ergebnisse Claus Wissing von der Grevener Firma „WiR Solutions GmbH“ am Montagabend den Mitgliedern des Bezirksausschusses für die Bauerschaften präsentierte.

Gegenstand der Studie war aber nicht alleine die Darstellung des Ist-Zustandes. Es ging vor allem auch um das Thema Förderung. Denn: Vor allem in den Außenbereichen mit nur wenigen Haushalten rechnet es sich für die Telekommunikationsanbieter nicht, eine Breitbandversorgung anzubieten. Aber: Für diese Fälle gibt es eine Vielzahl an Fördermitteln von Bund und Ländern.

„Die Grenze für eine mögliche Förderung liegt bei unter 30 MBits“, erklärte Wissing. Sprich: Alle Gebiete, in denen 30 MBits und mehr beim Verbraucher ankommen, sind nicht förderungsfähig. Alles, was darunter liegt aber auch nur bedingt. Denn: „Wir haben bei den Telekommunikationsanbietern nachgefragt, welche verbindlichen Ausbaumaßnahmen in den kommenden drei Jahren geplant sind.“ Die so genannte Markterkundung. Also: Der Zustand im Jahr 2020 ist für Fördermittel relevant. „Alles, was danach übrig bleibt, also dann unter einer Bandbreite von 30 MBits liegt, ist potenziell förderfähig“, verdeutlichte Wissing.

Im weiteren Verfahren müssten dann die Ausbaukosten in den förderfähigen Gebieten ermittelt werden – das so genannte Interessenbekundungsverfahren. „Wir befragen wieder die Telekommunikationsanbieter, welche Kosten bei einem Breitbandausbau in den betroffenen Gebieten entstehen und welche Einnahmen über einen gewissen Zeitraum dem gegenüber stehen.“ Diese Differenz, also quasi das, was an der Wirtschaftlichkeit fehlt, würde dann über Fördermittel finanziert.

Diese Fördermittel müssten dann beantragt werden. Aber: „Eine parallele Beantragung der Fördermittel vom Bund um vom Land ist jedoch nicht möglich“, verdeutlichte Wissing. Er empfiehlt eine Antragstellung zum fünften Aufruf („Call“) der Bundesförderung. „Die Landesförderung sollte nur dann in Anspruch genommen werden, wenn die Stadt Greven bei der Beantragung der Bundesmittel nicht zum Zuge kommt“, sagte Wissing. Denn: Bei diesem Programm wäre es erforderlich, die Förder- und Ausbaugebiete in kleinere Lose aufzuteilen, was zu zeitlichen Verzögerungen bei Planung und Umsetzung führen würde.

Förderanträge für Bundesmittel müssen bis zum 31. August gestellt werden. Der Eigenanteil der Stadt liege bei zehn Prozent. Der Rat muss dem Antrag auf Förderung zustimmen. Nach einer möglichen Erteilung eines Förderbescheides und einer europaweiten Ausschreibung könne mit dem Breitbandausbau in den betroffenen Gebieten nach Einschätzung Wissings Ende 2019 begonnen werden.

Insgesamt liegen nach Ermittlung der „Wir Solution“ 1439 Haushalte in den 34 zusammengefassten potenziell förderfähigen Gebieten.

Wissing riet übrigens den Bewohnern der Blöcke C und D in Reckenfeld das Angebot von Unitymedia anzunehmen – auch wenn dafür 400 Euro pro Haushalt fällig würden. „Der Wert einer Immobilie mit Anschluss ans schnelle Breitbandnetz steigt um rund fünf Prozent“, verdeutlichte er.

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