60 Jahre für Fiege tätig
„Herz und Seele des Betriebs“

Greven -

„Donnerstags und freitags habe ich kein Auto. Dann weiß ich Bescheid.“ Kathi Schlautmann muss lachen, als sie dieses erzählt. An diesen beiden Tagen geht ihr Mann Karl, den alle Kalli nennen zu Fiege – seit 60 Jahren arbeitet er für das Unternehmen. Und er ist dort bekannt.

Dienstag, 06.06.2017, 20:06 Uhr

Ein ganz seltenes Jubiläum feiert Karl Schlautmann jetzt im Unternehmen Fiege. Er arbeitet dort seit 60 Jahren, links Vorstand Jens Fiege, rechts Seniorchef Dr. Hugo Fiege und Schlautmanns Ehefrau Kathi,
Ein ganz seltenes Jubiläum feiert Karl Schlautmann jetzt im Unternehmen Fiege. Er arbeitet dort seit 60 Jahren, links Vorstand Jens Fiege, rechts Seniorchef Dr. Hugo Fiege und Schlautmanns Ehefrau Kathi, Foto: Erhard Kurlemann

Jens Fiege zum Beispiel gehört zum Vorstand des Logistik-Unternehmens. Er kann sich gut an „ Kalli “ erinnern. Schlautmann saß im Pförtnerhäuschen und arbeitete als Lagerist. „Ich brauchte immer die besten Kugellager für mein Skateboard. Herr Schlautmann hatte immer mal eines übrig – und ich war immer up to date“, erzählt der Vorstand bei der kleinen Feierstunde im Kollegenkreis. 60 Jahre – das ist eine lange Zeit.

Karl Schlautmann ist am 2. April 1957 in der ehemaligen Werkstatt Fiege am Grünen Weg (heute befindet sich dort ein Getränkemarkt) als Schlosser angefangen. „Es war damals üblich, nicht an einem Montag zu beginnen“, berichtet Kalli Schlautmann, der im Mai 1957 14 Jahre alt wurde. 1960 kommt er aus der Lehrer und ist bis 1963 als Schlosser tätig. Nach einem schweren Unfall wird er als Lagerist und Pförtner eingesetzt. 2003 tritt Schlautmann in den Vorruhestand – und setzt seine Tätigkeit als Legerist fort – „ich habe Freude an der Arbeit“ – jetzt auf 450-Euro-Basis.. „Zunächst waren 50 Jahre geplant, inzwischen sind es 60 geworden“, sagt der Leiter des Einkaufs Fiege-tec, Norbert Stegemann. Schlautmann steht auch heute noch auf dem Dienstplan. Er will in Zukunft aber „langsam“ kürzer treten. „Ganz in Ruhestand gehen können Sie nicht“, meint Jens Fiege. „Sie sind der einzige, der weiß, wo alles steht“. „Und der weiß, wie man einen Besen bedient, ergänzt Stegemann und meint damit, das „sehr kollegiale Verhalten“ Schlautmanns. „Viele haben sich von ihm etwas sagen lassen.“

Der Wunsch nach einem zufriedenen Fast-Ruhestand begleitet Schlautmann – dazu viele Präsente. „Und wenn Sie auch in Zukunft noch etwas für uns machen wollen, sind Sie gerne gesehen“, gibt Jens Fiege dem Mann „mit einem sehr seltenen Jubiläum“ mit auf den Weg. Auch Seniorchef Dr. Hugo Fiege freut sich über die langjährige Zusammenarbeit. Damals hatte Fiege insgesamt unter 200 Mitarbeiter. „Da kannte jeder jeden“. Heute sind es rund 11 000 – an vielen Standorten in der Welt verstreut.

Das Pförtnerhäuschen war „die Kommunikationsstelle in Greven überhaupt“, kramt Dr. Hugo Fiege in seinen Erinnerungen. „Die Bude war immer voll.“ Die Fiege-Fahrer fuhren meistens Sonntagsabends los und kehrten samstags zurück. „Dann wurde bei einem Bierchen erst alles Neue ausgetauscht.“ Und Schlautmann kannte alle.

Jens Fiege fasst das so zusammen: „Kalli Schlautmann war und ist Herz und Seele des Betriebs in Reckenfeld“.

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