Bauboom macht Beton knapp
Ausbau erst im August

Reckenfeld -

Der Ausbau von Straßen in Reckenfeld muss warten. Derzeit fehlt das Zubehör, hieß es im Bezirksausschuss.

Donnerstag, 22.06.2017, 07:06 Uhr

Baustart Anfang Juli - daraus wird nichts. Der Beginn des Straßenausbaus an Heimstättenweg und Sandstraße verzögert sich aufgrund von Lieferengpässen. 
Baustart Anfang Juli - daraus wird nichts. Der Beginn des Straßenausbaus an Heimstättenweg und Sandstraße verzögert sich aufgrund von Lieferengpässen.  Foto: Monika Gerharz

Der derzeitige Bauboom ist gut für Arbeit und Wirtschaft. Aber er hat auch einen Nachteil: Es kommt mancherorts zu Lieferengpässen. Und davon ist jetzt auch Reckenfeld betroffen: Die Kanal- und Straßenbauarbeiten an Heimstättenweg und Sandstraße können nicht, wie geplant, Anfang Juli beginnen. „Betonfertigteile haben derzeit sechs bis acht Wochen Lieferfrist“, sagte André Kintrup , bei den Technischen Betrieben zuständig für Verkehr und Grün, jetzt im Bezirksausschuss. Darum werden die Bagger im nächsten Bauabschnitt erst Mitte bis Ende August rollen.

Zum Hintergrund: Die Stadt schreibt die Bauarbeiten für die einzelnen Sanierungsabschnitte immer recht zeitnah aus. So schützt sie sich ein Stück weit vor finanziellen Überraschungen. Aber bestimmte Dinge wie die Kanalschächte müssen passgenau angefertigt werden. „Die Frist, die der Beton zum Aushärten braucht, beträgt 28 Tage“, weiß Kintrup. Und wer neu bestellt, kommt erst einmal ans Ende der Liste und muss gegebenenfalls noch einiges länger warten. Auch bei anderen Baumaterialien komme es zu gewissen Lieferengpässen. „Überall wird reduziert und rationalisiert“, weiß der Tiefbau-Experte. „Die Firmen haben keine Lagerhaltung mehr, es wird erst auf Bestellung produziert.

Dass es im Baugewerbe derzeit zu Engpässen kommen kann, bestätigt Tobias Siewert , Leiter der Presseabteilung des Bauindustrieverbandes NRW. „Die Firmen können nicht ihre Produktion um 20 bis 30 Prozent hochfahren, weil gerade die Konjunktur anzieht“, erläutert er. Ob es nun gerade bei Kanalschächten besondere Probleme gebe, sei ihm aktuell nicht bekannt. Aber im vergangenen Jahr seien beispielsweise kaum mehr Sicherheitsabsperrungen für Baustellen zu bekommen gewesen. „Und damals haben die Preise massiv angezogen“, erinnert er sich und kann sich vorstellen, dass dies auch beim gegenwärtigen Straßenbau-Boom so wein werde.

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