Serie: Die JKR vor 25 Jahren
Junge Schule fürchtet um ihre Existenz

Greven -

Bald ist Schluss, Anlass zurückzublicken. Die JKR vor 25 Jahren: Da war sie (im Jahr 1992) gerade mal zwölf Jahre alt – und hatte schon eine unruhige Fahrt durch stürmische See hinter sich. Dass sie diesen unbeschadet überstehen würde, war Anfang 1990 keineswegs gewiss.

Donnerstag, 29.06.2017, 09:06 Uhr

Jahre später wurde unter anderen Vorzeichen Realität, was Ende des Jahres 1989 schon einmal versucht wurde: Die JKR sollte durch eine Gesamtschule ersetzt werden.  
Jahre später wurde unter anderen Vorzeichen Realität, was Ende des Jahres 1989 schon einmal versucht wurde: Die JKR sollte durch eine Gesamtschule ersetzt werden.   Foto: oh

In jenem Jahr brach große Ungewissheit aus, mehr noch: Die Schule fürchtete um ihre Existenz. „Schuld“ war der politische Wunsch, die Justin-Kleinwächter-Realschule durch eine Gesamtschule zu ersetzen. Doch Rektor Gerhard Henning setzt sich zur Wehr. Und er hatte einen Großteil des Kollegiums, der Eltern und der Schüler an seiner Seite. Gemeinsam machten sie sich für den Fortbestand der JKR stark.

Den Stein ins Rollen brachten Ende 1989 die SPD und die Grünen, die beantragten, eine vierzügige Gesamtschule einzurichten. Was die JKR-Unterstützer besonders in Schrecken versetzte, war der Umstand, dass explizit das Marienschulzentrum als Standort vorgeschlagen wurde, somit das Aus für die JKR und die Hauptschule in Kauf genommen wurde. Allein die Nennung des Marienschulzentrums als Standortes füge der JKR irreparablen Schaden zu, argumentierten unter anderem besorgte Elternvertreter. Unterstützung erhielten sie von der CDU , die der Gesamtschule skeptisch gegenüber standen. Ein funktionierendes dreigliedriges System werde einer Bildungsidee geopfert, „die nach allen bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen zu schlechten Ausbildungsergebnissen führt“, schrieb die CDU damals.

Auch die JKR-Schulkonferenz schlug Alarm und verwies auf die wertvolle Arbeit, die in der bis dato zehnjährigen Schulgeschichte geleistet wurde. „Schüler, Lehrer und Eltern haben sich über den Schulalltag hinaus auf sozialem Gebiet in beachtenswerter Weise engagiert“, stand in einer Stellungnahme, die die Lokalzeitung abdruckte. Auch in Leserbriefen manifestierte sich der Widerstand. Unter anderem forderte Schülersprecher Patrick Jelen , man dürfe „eine intakte Realschule nicht sterben lassen“.

Letztlich überstand die JKR diese stürmischen Zeiten. Die Gesamtschul-Debatte und damit das drohende JKR-Aus holte die Schule aber Jahre später wieder ein.

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