Neuer Name für Schöneflieth-Stadion?
Kein Jubel für Reklame-Stadion

Greven -

Der SC Greven 09 möchte für zunächst fünf Jahre die Sportanlage an der Schöneflieth in „DW Werbung Arena“ umbenennen. Das soll einen – nicht bezifferten – Betrag einbringen, der den Betrieb der Anlage und das Sportangebot absichern soll.

Donnerstag, 29.06.2017, 17:06 Uhr

Pfingstcup des SC Greven 09, Hunderte aktive Teilnehmer, tausende Besucher – künftig in der „DW Werbung Arena“? Der Verein möchte einen Namenssponsor mit ins Boot holen. Teile der Politik sehen das kritisch.
Pfingstcup des SC Greven 09, Hunderte aktive Teilnehmer, tausende Besucher – künftig in der „DW Werbung Arena“? Der Verein möchte einen Namenssponsor mit ins Boot holen. Teile der Politik sehen das kritisch. Foto: Stefan Bamberg

Selten, zu selten, macht es Spaß, Ausschusssitzungen zu verfolgen. Eine Ausnahme: der Schul- und Sportausschuss am Mittwoch, zumindest in Teilen. Die Debatte über die Umbenennung des Schöne­flieth-Stadions in „ DW Werbung Arena“ war aufwühlend und unterhaltsam, der Beweis, dass die Grevener Lokalpolitik durchaus noch zu leidenschaftlichen Debatten in der Lage ist. Und dass scheinbar unmögliche Koalitionen möglich sind; der Nachweis, dass Demokratie funktioniert. Ein Lehrstück.

SC Greven 09 möchte Sportanlage umbenennen

Doch von Anfang an: Der SC Greven 09 möchte für zunächst fünf Jahre die Sportanlage an der Schöneflieth in „DW Werbung Arena“ umbenennen. Das soll einen – nicht bezifferten – Betrag einbringen, der den Betrieb der Anlage und das Sportangebot absichern soll. Moritz Hauschild (Linke) schwollen regelrecht die Halsadern, als er vom Leder zog: Er fürchtet „Kommerzialisierung bis in den letzten Winkel“, es sei „völlig indiskutabel, Blödsinn, ein Unding, so einen Antrag zu stellen.“ Einwänden, etwa von Dirk Nolte (SPD), dass das „Schöne­flieth-Stadion“ im Sprachgebrauch erhalten bleibe, entgegnete Hauschild: „Man sieht die Krankheit nicht, sie ist aber trotzdem da.“ Natürlich leiste der Verein wertvolle Arbeit, die er anerkenne. Aber einen „Ausverkauf Grevener Eigentums“ mache er nicht mit. Er sieht schon das „Mc-Donalds-Rathaus“ und die „Coca-Cola-Schule“ kommen.

SC Reckenfeld hat ähnliche Pläne

Dass die Entscheidung grundsätzlichen Charakter hat, war auch daran abzulesen, dass Thorben Zilske für den SC Reckenfeld berichtete, dass man ähnlich konkrete Pläne für die Anlage am Wittler Damm habe.

Das sagt die CDU

Die CDU war in Person von Liz Kühlert ganz nah beim Linken Hauschild: „Ich kann das nur unterstützen. Wenn wir einen Namen im Grevener Sport nicht aufgeben dürfen, dann diesen.“ Der Name Schöneflieth sei identitätsstiftend und historisch begründbar, die Anlage zudem immerhin städtisch. Wer davon ausgehe, dass es im Sprachgebrauch bei Schöneflieth bleibe, sei nicht aufrichtig und rede sich die Sache schön.

Das sagen die Grünen

Ausschussvorsitzender Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) steht den Namensplänen aufgeschlossen gegenüber. „Jugendarbeit kostet Geld. Wir können froh sein, dass es Unternehmen gibt, die bereit sind, Geld zu geben.“ Die Alternative seien höhere öffentliche Zuschüsse oder höhere Mitgliedsbeiträge, was wiederum manche Familien in Not bringen könnte.

Das äußert die SPD

Für die SPD erklärte Michael Zweihaus, dass man die Namenspläne mittragen werde. Der Verein habe eine kreative Lösung gefunden.

Stadt will Gespräch mit Sponsor und Verein suchen

Zünglein an der Waage: die Frage, ob die komplette Sportanlage, oder „nur“ der Hauptplatz den Sponsoren-Namen tragen soll. Dieses würde wohl auch die CDU mittragen. Um dieses Detail zu klären, will die Stadt nun das kurzfristige Gespräch mit Sponsor und Verein suchen. Die Abstimmung wurde daher vertagt. Nun soll der Rat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch eine Entscheidung treffen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4967098?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Nachrichten-Ticker