Fulminantes Chorfestival lässt nur einen Wunsch offen
An Tagen wie diesen

Greven -

Von klein bis groß, von klassisch bis modern, altbacken und schnulzig, spaßig und bewegend, auf Englisch, Russisch, Deutsch und sogar Bayerisch – das fünfte Chorfestival am Beach ließ beim Publikum nur einen Wunsch offen: dass das metallische Klappern der offenbar nicht festgezurrten Abdeckplane oben an der Bühne endlich aufhöre.

Sonntag, 09.07.2017, 15:07 Uhr

Los ging es dann aber mit den Josef-Schülern, die Stücke aus ihrem Weltraum-Musical sangen, dann den Cantinis aus der Marienschule, die flinke Hände und flinke Füße besangen und sich mit Tim Bendzko beschwerten: „Ich bin doch keine Maschine! Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut.“ Und die Kinderchöre der evangelische Kirche Reckenfeld erinnerten, natürlich, an den 500. Jahrestag der Reformation.

Und schon war aus dem Chorfestival ein riesiges Familienfest geworden, das Harald Meyersick souverän und launig moderierte. Inzwischen hatten Peter Hamelmann und Egon Koling auch die Stühle aufstellen können, die sich, was wohl bis dahin keiner wusste, in einem Catering-Wagen versteckten. Gläser klangen, Bratwurstduft zog über den Beach, die Sänger des nächsten Chores steckten schnell noch die Köpfe zusammen und machten sich Mut, auch die schwierigen Passagen zu überstehen, und der Moderator-Harald begrüßte einen Dirigenten-Harald, den er noch aus Studienzeiten kannte.

Klangen gerade noch die letzten Töne einer weinseligen Rebenlaubcantate aus, fanden sich die Zuhörer im nächsten Augenblick im Summer of Love wieder, den die Beat Club Singer mit Ohrwürmern wie „Let’s go to San Francisco“ und „Happy together“ besangen. Eben erst heraufbeschworen, machte die Hippie-Erinnerung schon wieder Platz für Seemanns-Seligkeit und mit „Segel hoch, volle Fahrt, Santiano “ schipperte der musikalische Kahn den nächsten Hafen an, in dem hochamtliche Gospel-Hits gesungen wurden. Hier hieß es „Oh happy Day“, dort wurde Mias „Hungriges Herz“ angeschmachtet, und erst, als sich viele Kehlen „an Tagen wie diesen“ Unendlichkeit wünschten, musste man doch mal auf die Uhr sehen und sich wundern: Eben war es doch noch halb sechs, jetzt geht es schon stramm auf elf zu.

Den traumhaft gesungenen Schlusspunkt setzten die Sängerinnen des Frauenchors Emsdetten, die in historischen Kostümen Hits aus „Les Miserables“ sangen.

An Tagen wie diesen, die fünfeinhalb Stunden Chorgesang feierten, muss es nicht auch noch Unendlichkeit sein, ein gemeinsames „Hoch auf uns“ war da genau das Richtige.

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