Ute Kintrup vom Büchereiteam St. Franziskus gibt Lesetipps
Schmöker für den Strand

Reckenfeld -

Lesestoff für den Urlaub? Da hat Ute Kintrup vom Büchereiteam St. Franziskus jede Menge Tipps – von leichter Lektüre bis zu Stoff, der in Familien für Diskussion sorgen dürfte.

Freitag, 21.07.2017, 13:07 Uhr

Ute Kintrup mit ihrem Lieblingskrimi, der interessant, aber nicht blutrünstig ist: Die Mädchen von der Englandfähre von Lone Theils.
Ute Kintrup mit ihrem Lieblingskrimi, der interessant, aber nicht blutrünstig ist: Die Mädchen von der Englandfähre von Lone Theils. Foto: Monika Gerharz

Urlaubszeit ist Schmökerzeit. Und darum gibt es auch in der Franziskus-Bücherei die ganzen Ferien über einmal wöchentlich, jeweils am Sonntag von 10.30 bis 11.30 Uhr, einen Öffnungstermin. „Das hat sich so bewährt, wir haben gemerkt, dass sich das unheimlich lohnt“, sagt Ute Kintrup vom Büchereiteam.

Sie und ihre Kolleginnen kümmern sich dabei nicht nur um Verbuchung, Verwaltung und Abstauben der Bücher, im Gegenteil. Wer mag, kann von ihnen viele Tipps für die Urlaubslektüre bekommen – und auch für CDs, die Kindern und Erwachsene eine lange Autofahrt oder einen langen Flug unterhaltsam machen. „Die Hörbücher von Oliver Pötzschs „Henkerstochter“ laufen unheimlich gut“, weiß Ute Kintrup. Überhaupt empfiehlt sie diese Reihe, auch als Lektüre. „Die habe ich alle verschlungen“ weiß sie, dass sich die historischen Romane, von denen es mittlerweile sieben Stück gibt, selbst Regentage aufregend machen.

Ähnliches gilt für drei – sagen wir mal: Softkrimis – , die die Büchereimitarbeiterin empfiehlt. Eines heißt „Die Mädchen von der Englandfähre“ von Lone Theils, in dem die Journalistin Nora Sand ermittelt. „Das ist wirklich spannend“, empfiehlt Ute Kintrup das Buch allen Krimifans. Dabei sei es lange nicht so blutrünstig wie beispielsweise die skandinavischen Krimis. Ein Thriller ganz besonderer Art auf hohem literarischem Niveau sei Martin Suters „Elefant“, den Rezensenten als „eine Mischung aus Science Fiction, Thriller und Märchen“ bezeichnet haben, „geeignet für alle, die keine Zukunftsromane mögen, keine Krimis lesen und aus dem Märchenalter raus sind, denn es ist Lesefreude pur!“ Und Dora Heldts Krimi „Wir sind die Guten“, der auf Sylt spielt, habe wiederum einen ganz anderen Dreh. „Das ist richtig leichte Urlaubslektüre“, empfiehlt sie das Buch als Lesestoff für den Sandstrand. Übrigens: Dora Heldts „Böse Leute“ spielt ebenfalls auf Sylt – falls jemand besonders lange Ferien machten will.

Manche allerdings nutzen den Urlaub auch gern, um sich mit einem Thema auseinander zu setzen, für das sonst wenig Zeit ist. Für Eltern von ADHS-Kindern hat Ute Kintrup dabei einen besonderen Tipp: „Ich dreh gleich durch“ heißt ein Titel von Anna Maria Sanders, der in Form eines Tagebuchs über das anstrengende Leben mit einem Energiebündel erzählt, dem das Stillsitzen, dem Konzentration entsetzlich schwer fallen. „Authentisch und humorvoll geschrieben von einer Mutter, die Lösungen hat“, heißt es in einer Rezension, und auch Ute Kintrup ist von dem Buch begeistert: „Das ist jedem zu empfehlen der ein solches Kind zu Hause hat.“

Ein weiteres Sachbuch, das in der Reckenfelder Bücherei vorrätig ist, heißt „Unter einem Dach. Ein Syrer und ein Deutscher erzählen“ von Amir Baitar und Henning Sußebach. Die beiden Autoren leben wirklich unter einem Dach und berichten von Verständnis und Missverständnissen, von komischen und schwierigen Situationen. „So entsteht ein Dialog voll unbequemer Wahrheiten, unerwarteter Komik und ermutigender Gedanken“, heißt es in einer Rezension. Und auch Ute Kintrup befindet: „Das Buch ist ausgesprochen informativ.“

Und dann kommt es ja nicht selten vor, dass mehrere Generationen zusammen Urlaub machen. Wie wär‘s, dabei mal gemeinsam ein Buch zu lesen? Ein Tipp von Ute Kintrup: „Club der Töchter“ von Roísín Ingle und Natascha Fennell. Es geht um witzige und traurige, spannende und berührende Geschichten um das uralte Thema Mütter und Töchter. Sie sind aus einer Diskussionsrunde von neun Frauen entstanden, die auf einen Zeitungsartikel zum Thema reagiert haben. „Man kommt ans Denken über seine Rolle in der Familie“, verrät Ute Kintrup und verspricht: „Das regt zum Diskutieren an.“ Und mehr kann man sich von Urlaubslektüre eigentlich nicht wünschen, oder?

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5024889?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Archäologen graben auf Gelände der geplanten JVA nach Bodendenkmälern
Das Luftbild zeigt das frisch geackerte Gelände (vier Quadranten im oberen Bereich), auf dem die neuen JVA entstehen soll, noch vor Beginn der Grabungsarbeiten.
Nachrichten-Ticker