Neue Bahnen für die SCR-Sportkegler
Wenn nur noch Manpower hilft

Reckenfeld/Münster-Hiltrup -

Die Sportkegler des SCR sind momentan schwer beschäftigt. Die Männer bauen derzeit in der Stadthalle Hilturp vier hochwertige Kegelbahnen ab, die, wenn es nach den Vorstellungen der Kegler geht, demnächst am Wittler Damm in Reckenfeld wieder aufgebaut werden. Doch zum Abbau der Bahnen sind noch mindestens sechs Wochen Einsatz gefragt.

Dienstag, 01.08.2017, 10:08 Uhr

Der Vereinssportler an und für sich, er schwelgt gerne in Erinnerungen. Ja ja, damals, die Kreismeisterschaft! Der Aufstieg Ende der Achtziger – erinnerst Du Dich? Sportliche Klassiker, aber irgendwie auch alte Hüte. Nicht so leicht indes kommt man auf den Satz, der in fünf, zehn, 20 Jahren bei den Reckenfelder Sportkeglern die Runde machen könnte: „Wisst Ihr noch, als wir damals die Kegelbahn gebaut haben?“ Simon van Raalte lächelt, wenn er sich das vorstellt. „Das ist was, wovon man später erzählen kann“, sagt der Abteilungsleiter des SC Reckenfeld.

Der Weg dahin freilich hat gerade erst begonnen: Es müffelt ein wenig im ehemaligen Restaurant der Stadthalle Hiltrup, das Licht ist funzlig – doch der Optimismus riesengroß. Zu viert sind sie heute, letzten Samstag haben sie angefangen. Dies ist die Geschichte von echten Anpackern. Und davon, wie man vier Kegelbahnen von Hiltrup nach Reckenfeld schafft. „Wir brauchen diese Bahnen“, erklärt van Raalte. „Davon hängt ab, ob es beim SCR in Zukunft hochklassiges Kegeln gibt, ob wir ambitionierte Spieler zu uns locken können.“ In der Regionsliga, der aktuellen Klasse der ersten Mannschaft, gibt es noch für eine Saison eine Ausnahmeregelung – schon nächstes Jahr werden dem Verband die zwei Bahnen im „Irodion“ wohl nicht mehr reichen.

Die Zeit drängt also, Geld für eine moderne Bahn haben aber weder Stadt noch Verein – es ist der Moment gekommen, in dem nur noch Manpower hilft. Mach es zu Deinem Projekt, heißt es in der Werbung. Und in der Tat ist es hier ein bisschen wie im Baumarkt: Werkzeug, Schweiß – und, ganz wichtig: Männer! „Jeweils fünf bis sechs Stunden sind wir hier“, erzählt van Raalte, „samstags und sonntags.“ Vielleicht, überlegt er, werde er in nächster Zeit auch mal nach Feierabend vorbeikommen. In sechs Wochen soll die Anlage, auf der einst die Bundesliga-Kegler der TG Münster zockten, abgebaut sein. Anschließend werden die Einzelteile nach Reckenfeld verfrachtet – und dann? Weiß leider noch keiner so genau. „Wir hoffen, dass wir bald Klarheit bezüglich des Umzugs an den Wittlerdamm haben“, meint van Raalte. Dort soll die neue, bundesligataugliche Anlage lieber morgen als übermorgen hin. Aus dem Nein der Grevener Politik ist jetzt – da die Sportler selbst Hand anlegen – immerhin ein „Mal-gucken“ geworden.

Denn durch den bemerkenswerten Einsatz sparen Stadt und SCR bares Geld: „Sicher ein mittlerer fünfstelliger Betrag“, schätzt van Raalte. Die kreative Lösung der tatkräftigen Kegler hat genau 2000 Euro gekostet, so viel wollte die Stadt Münster für die Bahnen inklusive Technik noch haben. „Dieses finanzielle Risiko tragen wir Sportler selbst“, erklärt der Abteilungsleiter. „Aber hier mussten wir einfach zugreifen, so günstig wäre es selbst bei Ebay nicht gewesen.“

Und so werkeln sie jetzt; Fabian Howe, Hendrik Nytz und Jonas Müller stoßen heute noch dazu. Als nächstes möchten sie die Laufflächen für die Kugeln auseinander schrauben. „Wenn es gut läuft, geht das ganz leicht“, schmunzelt Simon van Raalte. „Wenn es schlecht läuft, sind die noch geleimt.“ Schocken jedoch würde sie auch das nicht mehr: „Als Abteilung hält man zusammen“, raunt der fröhliche Heimwerker-Trupp. „Irgendwie kriegen wir das schon hin.“

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