Max Menge arbeitet als Freiwilliger
Der Erfahrungssammler

Greven -

Max Menge hat nur noch ein paar Tage. Dann endet sein Bundesfreiwilligendienst bei der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland. An einem Tag in der Woche fährt er für die Möbelkiste in Greven. Über seine Erfahrungen sprach er mit unserem Redakteur Günter Benning.

Freitag, 04.08.2017, 10:08 Uhr

Max Menge auf dem Gelände der Grevener Möbelbrücke. Hier leistet er seinen Freiwilligendienst teilweise ab.
Max Menge auf dem Gelände der Grevener Möbelbrücke. Hier leistet er seinen Freiwilligendienst teilweise ab. Foto: Günter Benning

Sie arbeiten in ihrem Freiwilligenjahr gleich an mehreren Orten. Wo überall?

Menge : Normalerweise in Steinfurt in der Möbelbörse, einmal in der Woche helfe ich hier in Greven in der Möbelbrücke aus. Und ich habe auch schon im offenen Ganztag an der Schule gearbeitet.

Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Menge: Es ist ein schönes, breites Spektrum, das ich hier sehe. Ich habe mit unterschiedlichen Leuten zu tun, mit Jugendlichen, mit Flüchtlingen, mit jungen Erwachsenen.

Sie sind jetzt 26 Jahre, also ein spätberufener Freiwilliger. Wie kommt das?

Menge: Ich habe Abitur gemacht. Und dann ein Bauingenieurstudium, sagen wir mal, erfolgreich abgebrochen. Ich hab für mich erkannt, dass es für mich das Falsche ist und ich etwas anderes machen will, mit Menschen arbeiten. Und dann habe ich mich gefragt, was machst Du. Mach ein soziales Jahr, da gibt es einen Einblick, da kann man sehen, wie es vor Ort, im Brennpunkt vielleicht auch, wirklich ist.

Und war es so?

Menge: Ich habe tolle Eindrücke gesammelt. Ich werde deswegen auch im Wintersemester mein Studium im Sozialwesen starten. Ich werde dual studieren, wahrscheinlich in einem städtischen Jugendamt und in Hamm an der dortigen Fachhochschule.

Ist es nicht etwas ungewöhnlich, während des Freiwilligendienstes mehrere verschiedene Einsatzorte zu haben?

Menge: Ja, es ist sehr variabel. Es kommt wohl immer darauf an, wo man sein FSJ macht. Man kann es vom Altersheim bis hin zur Jugendarbeit machen – in allen möglichen Facetten der sozialen Arbeit. Bei mir war es sehr abwechslungsreich. Ich war auch teilweise in der OGS, also in der Nachmittagsbetreuung. Für mich war das genau das Richtige, was mich gereizt hat. Ich konnte meine eigenen Stärken erkennen und sehen, wie es wirklich abläuft.

Anders als im Bauingenieurstudium?

Menge: Na klar, hier geht es nicht darum, Statiken auszurechnen. Man hat immer wieder andere Menschen vorm Kopf, die jeweils eine ganz andere Geschichte hinter sich haben. Ob ein Flüchtling, ob ein Jugendlicher, der aus der Familie rausgeholt worden ist – man muss immer individuell darauf eingehen. Sehr interessant.

Und Sie hatten keine Berührungsängste?

Menge: Dafür bin ich nicht der Typ. Es ist ein Bereich, der einem viel gibt. Viel Liebe, viel Freundlichkeit. Es gibt auch mal negative Momente, aber so ist das Leben eben.

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