Bunte Wiesen
Nichtstun schafft Schönheit

Reckenfeld -

Im Winter macht die Fläche einen eher tristen Eindruck – die Wildstauden haben sich zum Teil in die Erde zurück gezogen, von anderen sieht man dürre Stängel. doch jetzt, im Spätsommer, stehen die Wiesenstreifen zwischen den Parkbuchten an der Freilichtbühne in voller Blüte – obwohl kein Gärtner dort auch nur einen Handschlag getan hat.

Samstag, 12.08.2017, 14:08 Uhr

Spätsommerliche Farbenpracht: Auf dem Parkplatz an der Freilichtbühne hat sich auf einer so genannten Kulturbrache eine Pflanzengemeinschaft entwickelt, die für Insekten ein Pollen- und Nektarparadies ist.
Spätsommerliche Farbenpracht: Auf dem Parkplatz an der Freilichtbühne hat sich auf einer so genannten Kulturbrache eine Pflanzengemeinschaft entwickelt, die für Insekten ein Pollen- und Nektarparadies ist. Foto: Monika Gerharz

„Das ist alles wild gewachsen“, sagt Petra Niepel vom Vorstand der Freilichtbühne. „Das einzige, was wir getan haben, ist, dafür zu sorgen, dass dort Beete bleiben.“

Und die hat Mutter Natur nun ganz von selbst in ein Blütenmeer verwandelt. Lila Natternköpfe blühen neben gelbem Hornklee, zarte weiße Lichtnelken neben dem leuchtenden Rainfarn. Pimpinelle, ein leckeres Salatgewürz, hat sich angesiedelt, auch der Beifuß der den Gänsebraten bekömmlicher macht. Kanadische Goldrute, eine Erobererin unter den in der Neuzeit eingewanderten Pflanzen, macht sich in manchen Ecken breit, aber auch das zarte Taubenkropf-Leimkraut findet seine Nische. „Ruralflächen“ oder „Kulturbrachen“ nennen die Experten solche Flächen. Und sie werden immer rarer. „Während früher in einem Dorf immer wieder mal ein kleines Örtchen übrig blieb, welches über einen gewissen Zeitraum unbeachtet und unbearbeitet war, sind diese Flächen heute meist überbaut, asphaltiert oder mit Rasen versehen. Typische Ruderalpflanzen wir der Gute Heinrich sind deshalb heute viel seltener als früher. Auch in Städten findet man immer weniger Baulücken, auf denen sich Ruderalpflanzen ansiedeln können“, heißt es beispielsweise in der Broschüre „Deutschlands Natur“. Wegen dieser Gefährdung sei die Kulturbrache zum Biotop des Jahres 2017 gekürt worden.

Allerdings – eine solche Brache bleibt nie so, wie sie ist – sie verändert sich ständig. Am Anfang haben konkurrenzschwache Pflänzchen eine Chance, später werden sie von robusteren Gewächsen verdrängt. Die Vegetation auf dem Parkplatz der Freilichtbühne, das zeigen die jetzt dort vorkommenden Pflanzen, dürfte für die nächste Zeit einigermaßen stabil sein – wenn auch leichte Anzeichen der Verbuschung schon zu sehen sind. Mit etwas Glück aber bietet der Parkplatz dem Auge noch viele Jahre eine ganz ungewöhnliche Farbenpracht und Schmetterlingen und Bienen einen reich gedeckten Tisch – ohne dass ein Gärtner auch nur einen Handschlag tut.

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