Gedenkfeier
Ausgegrenzt und hingerichtet

Greven -

Am 14. August 1942 wurden die zwei Polen Franciszek Banaś (28) und Wacław Ceglewski (21) in den Bockholter Bergen in der Nähe des Schifffahrter Damms hingerichtet. Die Gestapo Münster führte damals die Hinrichtung wegen des angeblich „verbotenen Umgangs“ mit deutschen Frauen durch. Eine etwa halbstündige Gedenkfeier, organisiert von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten/innen Kreisvereinigung Münster (VVN-BDA), sollte an den 75. Jahrestag der grauenvollen Hinrichtung erinnern.

Dienstag, 15.08.2017, 05:08 Uhr

Etwas 60 Menschen kamen zur Gedenkfeier in die Bockholter Berge.
Etwas 60 Menschen kamen zur Gedenkfeier in die Bockholter Berge. Foto: Vera Brüssow

Banaś und Ceglewski wurde stellvertretend für alle ermordeten Zwangsarbeitern als Opfer des deutschen Faschismus gedacht. Etwa 60 Personen nahmen an dieser Gedenkfeier teil. Die Organisatoren Detlef Lorber und Christoph Leclaire machten in zwei Reden auf den historischen Hintergrund sowie den Ablauf der Hinrichtung aufmerksam.

In der 40er-Jahren kamen die Polen Banaś und Ceglewski als „Zivilarbeiter“ nach Deutschland und mussten zwangsweise in Grevener Unternehmen arbeiten. „Die polnischen Arbeiter wurden zur damaligen Zeit auf Grund der NS-Ideologie ausgegrenzt und rassistisch behandelt“, erklärte Detlef Lorber in seiner Rede. Er fügte hinzu, dass gerade der Umgang mit deutschen Frauen ein besonderes Vergehen darstellte. Die Polen Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski wurden von der Gestapo Münster beschuldigt und deshalb zum Tode verurteilt und öffentlich hingerichtet. „Niemand wurde für diese Tat der Hinrichtung zur Rechenschaft gezogen“, berichtet Christoph Leclaire.

Eine Gedenkstätte, die seit 2001 in den Bockholter Bergen steht, soll an das Geschehen erinnern. Lorber und Leclaire legten einen Blumenkranz im Namen der VVN-BDA nieder und baten um eine Schweigeminute. Den „Grevener Geschichtsblättern“ Nr. 7 und 8 sind die Details der Hinrichtung zu entnehmen.

Den Veranstaltern war es besonders wichtig, dass dieses Ereignis nicht in Vergessenheit gerät. Sie appellierten mit dem Gedenktag daran, die traurige Vergangenheit nicht unbeachtet zu lassen.

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