Tanzpädagoginnen Isabel und Sarah Bernhard
Schwestern lernen am Broadway

Greven -

Isabel und Sarah Bernhard sind Tanzpädagoginnen. Jetzt holen sie sich den letzten Schliff am Broadway in New York.

Samstag, 26.08.2017, 10:08 Uhr

Isabel und Sarah Bernhard (vorne) bei einer Tanzaufführung. Zu ihrem Studium gehört klassiches Ballett ebenso wie moderner Ausdruckstanz.
Isabel und Sarah Bernhard (vorne) bei einer Tanzaufführung. Zu ihrem Studium gehört klassiches Ballett ebenso wie moderner Ausdruckstanz. Foto: Mario Soose

Am Montag fliegt sie zum Broadway. Über New Yorks Musical-Glitzermeile wird Isabel Bernhard (26) demnächst täglich zur Schule gehen. Tanzen von morgens bis abends. Auch ihre Schwester Sarah (23) ist auf dem Sprung über den Ozean. „Da gibt es ganz große Tanzschulen“, sagt Isabel Bernhard, „die Leute sind unglaublich gut.“

Von der Mädchenleidenschaft zum handfesten Beruf

Die Schwestern müssen das wissen. Beide tanzen fast solange sie denken können. Mit vier ging es in die Kindergruppe der Tanzschule Heidi Sievert. Sarah: „Die Schulleiterin Petra Wiegert ist meine Patentante.“

Tänzer sind an Theatern oft schlecht bezahlt.

Isabel und Sarah BernhardAutor/Quelle

Verwandtschaft verpflichtet. Aus der Mädchenleidenschaft für tanzende Prinzessinnen („wir tanzen durch den Raum wie ein Blatt“) wurde ein handfester Beruf. Die Schwestern sind heute beide Tanzpädagoginnen, haben an der ArtEZ Hochschule in niederländischen Arnheim studiert. „Eine der wenigen Schulen, wo man einen Bachelor in Tanzen machen kann“, sagt Isabel Bernhard.

Die ältere der beiden Schwestern ist bereits seit drei Jahren fertig und arbeitet in der Tanzschule Sievert in Münster. Zurück zu den Wurzeln, quasi. An den Ort, wo sie als Kind fünfmal, manchmal sechsmal die Nachmittage mit Training verbrachte.

War das hart? „Ja“, sagt Sarah Bernhard, die ihrer Schwester folgte, „es war hart. Und Lob gab es eigentlich von den Lehrern nur einmal im Jahr. Oder zweimal.“

Lebenstraum Tanzen

Aber die Tanzschule war Lebensraum. Es entstanden Freundschaften, die heute noch halten. Tatsächlich haben aus ihrer Grevener Tanzgruppe heraus einige Schülerinnen den Weg zur Professionalität gefunden.

Ballett, Jazz-Dance, Moderner Tanz – überall haben die Grevener Schwestern Erfahrung gesammelt. Aber auf die großen Bühnen zieht es sie nicht. „Tänzer“, wissen sie, „sind an Theatern oft schlecht bezahlt.“ Zudem kämpfen sich viele Ensemblemitglieder von Zweijahresvertrag zu Zweijahresvertrag. Die Konkurrenz ist groß.

Außerdem, müssen die Grevenerinnen zugeben, dass sie mit 1,72 Meter (Isabel) und 1,79 Meter (Sarah) manchem männlichen Bühnenpartner doch auffällig überlegen sind. Das passt nicht in jede Dramaturgie.

Die größten Sorge unserer Mama ist, dass wir in New York heiraten und nicht wiederkommen.

Isabel und Sarah Bernhard

Ihre Sache ist die Pädagogik. Isabel Bernhard unterrichtet seit drei Jahren, hat einiges sparen können und kann ihr New-York-Abenteuer mit einem Polster beginnen. Sarah hat gerade ihren Bachelor in der Tasche und sonst nicht viel – darum muss sie ihr US-Abenteuer auf vier Monate begrenzen. „Die größten Sorge unserer Mama“, grinsen sie, „ist, dass wir in New York heiraten und nicht wiederkommen.“

New York ist ein teures Pflaster

Die andere Option: Harte Arbeit bei Gibney Dance. Eine Tanzschule am Broadway, in der die ausgelernten Pädagogen noch dazulernen können. „Wir haben am Ende unseres Studiums in Arnheim eine zehntägige Fahrt nach New York unternommen“, sagen die Schwestern. Von den Profis, die auf den zahlreichen Bühnen ihr Brot verdienen, könne man noch jede Menge Neues erfahren.

Mit unserer Ausbildung werden wir schon etwas finden, wenn wir nach Deutschland zurückkommen.

Isabel und Sarah Bernhard

Billig ist der Spaß nicht. Für das 12-Quadratmeter-Zimmer in einer Wohngemeinschaft in Brooklyn, in der Nähe des Broadway, sind 1400 Dollar fällig. Im Monat. Die tanzenden Schwestern können dort einen Monat zu zweit wohnen. „Dann suchen wir uns etwas anderes“, sagt Isabel Bernhard. Es müsse ja auch Menschen geben, die sich solche Preise nicht erlauben können.

Und wie geht es weiter? Der Andrang auf die Tanzschulen sei enorm, wissen die Grevenerinnen. Sarah Bernhard: „Mit unserer Ausbildung werden wir schon etwas finden, wenn wir nach Deutschland zurückkommen.“

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