Serie „Augenweide statt Tristesse
Der Garten der Imkerin

Reckenfeld -

Üppig bepflanzte und abwechslungsreich gestaltete Vorgärten statt karger Kies- und Schotteranlagen – das ist das Ziel der Initiative „Rettet den Vorgarten“, die der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) jetzt ins Leben gerufen hat. Unsere Zeitung greift das Thema auf und hat sich in der Gartenstadt Reckenfeld nach besonders schönen Vorgärten umgesehen. Heute: Der Garten der Familie Roth-Buschschlüter.

Donnerstag, 07.09.2017, 08:09 Uhr

Im üppigen Staudenbeet mit Lavendel und Garteneibisch, Pfingstrosen und Salbei summt und brummt es den ganzen Tag. Ein Insektenhotel bietet begehrten Unterschlupf für die Eiablage.
Im üppigen Staudenbeet mit Lavendel und Garteneibisch, Pfingstrosen und Salbei summt und brummt es den ganzen Tag. Ein Insektenhotel bietet begehrten Unterschlupf für die Eiablage. Foto: Rosemarie Bechtel

Die Gartenstraße in Reckenfeld trägt ihren Namen zu Recht. Als diese Straße bebaut wurde, passte der Name wie die berühmte „Faust aufs Auge“. Damals war rund um die Häuser nichts als Garten. Die Grundstücke waren manchmal mehr als 2000 Quadratmeter groß.

Doch das Bild hat sich gewandelt. Auf einer Straßenseite fallen dem Betrachter die teilweise recht großen Vorgärten ins Auge. Wo es in früheren Jahren grünte und blühte, sind heute gerade bei den großen Vorgärten überwiegend Rasenflächen zu sehen. Garagen oder Carports kamen im Laufe der Jahre hinzu.

Ein Teil der Anwohner mit den kleineren Vorgärten hat diese jedoch teilweise ganz klassisch mit Blumenstau-den hübsch gestaltet.

Der Vorgarten der Eheleute Roth-Buschschlüter fällt besonders in Auge. Er ist eben nicht „gestylt“, sondern beherbergt Pflanzen und Gewächse, die Bienen und andere Insekten anlocken sollen. Das Insektenhotel dort ist bewohnt, könnte aber nach Meinung von Helen Roth-Buschschlüter „gerne noch mehr Bewohner haben.“ Am besten sei es für die Insektenwelt, wenn man in einen alten Baumstamm Löcher bohre. „Dabei muss man aber darauf achten, dass die Löcher dann nicht ausgefranst sind“, weist sie auf einen dicken Stamm, der irgendwann entsprechend hergerichtet werden soll.

Seit einem Jahr gehört Helen Roth-Buschschlüter dem Imkerverein an. Kein Wunder, dass sie besonders großen Wert auf Pflanzen legt, die die Bienen nutzen können. Das Ehepaar Roth-Buschschlüter hat das Haus 2008 übernommen und legt jetzt nach und nach den Garten an, Im Vorgarten blühen bereits Lavendel, Rosmarin, Thymian, Rosen, Hibiskus, ein kleiner Feigenbaum und Stockrosen. Viele andere Pflanzen sind schon verblüht, sie haben im Frühjahr und Sommer für Pollen und Nektar gesorgt. Wichtig bei der Auswahl: „Die Blüten sollten nicht gefüllt sein“, weiß die Imkerin. Denn bei einfachen Blüten kommen die Bienen deutlich leichter zu den Staubgefäßen als bei prächtigen gefüllten Sorten. „Steinwüsten sind das Allerschlimmste“, findet die Imkerin.

Naturnah heißt aber nicht, dass Kunst und Kreativität keinen Platz haben. Helen Roth-Buschschlüter hat einen alten Stuhl mit Sukkulenten bepflanzt – ein Blickfang. Am gepflasterten Zugang zur Haustür stehen jede Menge Tomatenpflanzen – völlig unterschiedliche Sorten, die geschützt an der Hauswand unter einem kleinen Vorsprung stehen. Offensichtlich der passende Platz, denn Früchte gibt es daran reichlich. Und warum soll man diese Nutzpflanzen immer hinter dem Haus verstecken?

Dort geht es weiter mit bienen-und insektenfreundlichen Pflanzen und Bäumen. Der Euphorbia, zu deutsch: der Bienenbaum, der spät blüht, muss noch wachsen. Aber dann wird auch er das Bienenvolk anlo cken.

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