197 Senioren bekommen Grundsicherung
Zahl der armen Rentner hat sich verfünffacht

Greven -

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die zahl der Bürger, sie Grundsicherung bekommen, verfünffacht. Unter anderem ist dies dem demografischen Wandel geschuldet.

Samstag, 09.09.2017, 07:09 Uhr

Die Zahl der armen Rentner hat in den letzten Jahren in Greven erheblich zugenommen.
Die Zahl der armen Rentner hat in den letzten Jahren in Greven erheblich zugenommen. Foto: Jürgen Christ

Seit 2007 hat sich die Zahl der Senioren über 65 Jahren, die Sozialleistungen erhalten in Greven verfünffacht. Das teilte Verena Schnalle , Fachdienstleiterin Soziales, am Donnerstag im Sozialausschuss mit. Waren 2007 in der Stadt 36 Senioren Empfänger von Sozialleistungen, stieg die Kurve bis heute auf 197.

Die Gründe dafür kann Schnalle nur vermuten: „Es kann sein, dass heute mehr Senioren Ansprüche geltend machen als früher.“

Für Thomas Hudalla , Linken-Mitglied, zeigte sich indes die Folge prekärer Arbeitsverhältnisse und nicht ausreichender Mindestlöhne, die sich bei den Renten bemerkbar machen.

Verena Schnalle weist auf den allgemeinen Alterungsprozess in der Gesellschaft hin. Immer mehr Menschen kommen in den nächsten Jahren ins Rentenalter, dies verschärfe die Lage. Nach Schätzungen von IT NRW dürfte sich die Zahl der über 65-Jährigen in Greven von heute 7133 auf 12 309 im Jahr 2040 erhöhen. Schnalle: „Daher wird auch die Zahl der Leistungsempfänger weiterhin zunehmen.“

41,6 Prozent der älteren Leistungsempfänger in der Stadt sind Männer, 58,4 Prozent Frauen, eine Folge unterschiedlicher Löhne und Rentenansprüche. In seiner Vorlage macht das Sozialamt auch deutlich, dass der Trend in Greven vergleichbar mit Zahlen aus Emsdetten und Steinfurt ist.

Das Sozialamt antwortete mit seiner Vorlage im Ausschuss auf eine Anfrage der SPD , die auch wissen wollte, wie hoch der Anteil der „verdeckten Armut“ sei. Da allerdings musste Verena Schnalle passen: „Ohne Studie und Datenerhebung vor Ort ist keine Aussage zu treffen. Eine Dunkelziffer ist nicht bekannt.“

Mit der aktuellen Flüchtlingswelle allerdings habe die Entwicklung nichts zu tun. Seit Ende 2016 gebe es „maximal zwei Fälle“ älterer Flüchtlinge, die Sozialhilfe erhielten.

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