Verstoß gegen Verordnung
Der Börsen-Fauxpas

Greven -

Beim Cityfest herrschte nicht nur in den Geschäften der Innenstadt Hochbetrieb. Auch die Postenbörse nutzte den verkaufsoffenen Sonntag und öffnete das Geschäft. Zu Unrecht: Denn eine Ordnungsbehördliche Verordnung genehmigt die Öffnung am Sonntag nur in der Innenstadt.

Dienstag, 19.09.2017, 10:09 Uhr

Bei der Postenbörse war am Sonntagnachmittag gut Betrieb. Aber: Eigentlich hätte das Geschäft gar nicht öffnen dürfen – trotz des verkaufsoffenen Sonntags.
Bei der Postenbörse war am Sonntagnachmittag gut Betrieb. Aber: Eigentlich hätte das Geschäft gar nicht öffnen dürfen – trotz des verkaufsoffenen Sonntags. Foto: Peter Beckmann

Strahlender Sonnenstein, tausende Menschen in der Stadt unterwegs – das Cityfest am Sonntag hätte kaum besser laufen können. Auch die Geschäftsleute haben sich über die Resonanz gefreut. Denn die durften anlässlich des Cityfestes ihre Geschäfte von 13 bis 18 Uhr öffnen. Allerdings nur in der klar definierten Innenstadt. Um so mehr staunte so mancher Grevener, dass auch die Postenbörse an der Emsdettener Straße geöffnet hatte und mit kräftigen Rabatten warb. Durften die das denn?

Ganz klar: Früher ja, seit dem 6. Juli diesen Jahres nein. Denn seitdem gibt es eine klare Regelung, die von Vertretern der Stadtverwaltung, Vertretern der beiden Kirchen und der Gewerkschaft „ ver.di .“ beschlossen und schließlich vom Rat abgesegnet wurde. Das Ding nennt sich „Ordnungsbehördliche Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonntagen aus besonderem Anlass“.

Demnach dürfen an diesen verkaufsfreien Sonntagen nur Geschäfte in einem klar geregelten Innenstadtbereich öffnen. Die Postenbörse liegt nicht in diesem Bereich, genau so wenig der Hagebaumarkt und der Nettomarkt am Grünen Weg, die vor dieser Einigung schon mal an verkaufsoffenen Stadtfesten geöffnet hatten. Letztere hatten an diesem Sonntag aber geschlossen, die Postenbörse eben nicht.

Und das hat Konsequenzen. „Wir werden das überprüfen und dann gegebenenfalls ein Bußgeldverfahren einleiten und eine Ordnungsverfügung erlassen“, erklärte Dr. Andrea Rauße-Rüther, Pressesprecherin der Stadtverwaltung. Wenn ein Geschäft gegen die Verordnung verstößt und öffnet, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro geahndet werden kann.

Die Grevener Mitarbeiter der Postenbörse hatten auf diese Entscheidung, das Geschäft am Sonntag zu öffnen, jedenfalls „keinen Einfluss“, wie eine Mitarbeiterin auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. „Wir bekommen unsere Vorgaben von der Zentrale in Ankum.“ Von dort aus werden die inzwischen 81 Märkte gelenkt.

Der Anruf unserer Zeitung in der Zentrale des Unternehmens in Ankum brachte jedenfalls wenig Erfolg. Der von einem Mitarbeiter versprochene Rückruf blieb leider aus.

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