Tafeln bitten dringend um Spenden
Es fehlt am Allernötigsten

Greven -

Die Kühlregale sind leer, auch beim Gemüse gibt es große Lücken: Die Grevener Tafeln bitten dringend um Spenden, um ihre Kunden versorgen zu können.

Freitag, 20.10.2017, 08:10 Uhr

Die Auswahl in den Regalen der Tafel am Kirchplatz wird immer geringer, die Lebensmittel-Mengen, die in den Einkaufskörben landen, müssen beschränkt werden, damit jede Familie etwas abbekommt.  
Die Auswahl in den Regalen der Tafel am Kirchplatz wird immer geringer, die Lebensmittel-Mengen, die in den Einkaufskörben landen, müssen beschränkt werden, damit jede Familie etwas abbekommt.   Foto: Franzis Lammerding

Gerade mal 57 Artikel in der Kühlung. Für den ganzen Tag. Ein paar Jog­hurts, etwas Wurst, eine Handvoll Packungen mit Käse. Auswahl – Fehlanzeige. Beim Gemüse ist es nicht besser. 78 Wirsinge lagen beim letzten Ausgabetag in den Regalen der Tafel am Kirchplatz. Damit alle Kunden etwas davon haben, wurden sie halbiert. „Wir versuchen uns zu beschränken, damit jeder etwas bekommt“, sagt Ingrid Koling . „Wir haben einen akuten Engpass. Es gibt einfach im Moment viel zu wenig Lebensmittel.“

Dazu trage auch eine veränderte Geschäftspolitik vieler Läden bei, die sonst bis kurz vor Ladenschluss eine große Auswahl an frischen Artikeln vorhielten. Was nicht abverkauft wurde und am nächsten Tag nicht mehr den Ansprüchen des Einzelhandels genügte, landete dann oft bei der Tafel. Doch inzwischen sind viele Filialen dazu übergegangen, die Auswahl am späten Abend zu reduzieren. Wenn dann um 20 Uhr nur noch zwei statt zehn Tomatensorten im Regal liegen, wirkt sich das natürlich auch auf die Lebensmittelmengen aus, die die Fahrer der Tafel am nächsten Tag abholen dürfen.

Folge: In den vergangenen Wochen musste Ingrid Koling immer wieder aus Spendengeldern Lebensmittel zukaufen. Doch auch diese Ressourcen sind nahezu erschöpft. Zwar muss kein Tafel-Kunde mit leerem Korb nach Hause gehen, aber Menge und Auswahl sind eben extrem eingeschränkt. „Die Leute brauchen einfach etwas zu essen“, sagt Ingrid Koling. Und die Zahl der Bedürftigen wird nicht gerade geringer. Die Zahl der so genannten Bedarfsgemeinschaften, die sich am Kirchplatz regelmäßig mit Lebensmitteln versorgen, hat sich bei rund 210 eingependelt, 120 bei der Ausgabe am Dienstag, weitere 90 am Donnerstag. Geht man von durchschnittlich 3,5 Menschen aus, die in einer solchen Bedarfsgemeinschaft zusammenleben, kommt man auf 735 Menschen, die die Tafel versorgt. Nur in Greven – in Reckenfeld gibt es eine weitere Ausgabestelle (Lokalseite 2).

Um der akuten Versorgungsnot zu begegnen, werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel am Samstag aktiv: sie postieren sich in Zweierteams vor Grevener Lebensmittelmärkten und bitten darum, „ein Teil für die Tafel mitzukaufen“. Besonders gefragt sind naturgemäß lange haltbare Grundlebensmittel: Nudeln, Reis, Zucker, Konserven, Margarine und ähnliches mehr.

Die Tafel-Aktiven haben jeweils Handzettel und ein Aktionsschild vorbereitet, um auf sich aufmerksam zu machen. Die direkte Ansprache von Kunden (die dies als Belästigung empfinden könnten) soll unterbleiben, sagt Ingrid Koling.

► Die Tafel-Mitarbeiter stehen am kommenden Samstag, 21. Oktober, von 8.30 bis etwa 13.30 Uhr vor folgenden Märkten in Greven: K&K Bismarckstraße, Lidl Saerbecker Straße, Aldi Saerbecker Straße, Edeka Grimmstraße und Aldi Kardinal-von-Galen-Straße.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5233296?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Coronavirus: Krisenstab im Kreis Steinfurt
Experten tagen in Münster: Coronavirus: Krisenstab im Kreis Steinfurt
Nachrichten-Ticker