Gegenwind siegt über Windbauern
Windstille

Greven -

Mit dem Ausbau der Windkraft in Greven ist es vorbei. Das ist die Folge des Beschlusses im Ausschuss für Stadtentwicklung, den Flächennutzungsplan nicht zu ändern.

Freitag, 20.10.2017, 17:10 Uhr

Die Windräder am Vosskotten werden in Greven wohl die einzigen bleiben. 
Die Windräder am Vosskotten werden in Greven wohl die einzigen bleiben. 

Hinten im Saal brandete Applaus auf. „Die Vernunft hat gewonnen“, sagte Prof. Dr. Werner Mathys von der BI Gegenwind. Mit so einem heftigen Gegenwind hatten die Mitglieder der „Bürgerwind Greven GmbH und Co KG“ wohl nicht gerechnet. Dementsprechend gab es auf der linken Seite des Ratssaals lange, aber auch ungläubige Gesichter. Das alles waren Reaktionen auf einen Beschluss des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, den man ohne Übertreibung einen richtigen Knaller nennen kann. Ein Beschluss, der das Ende von allen neuen Plänen für Windkraftanlagen in Greven bedeutet.

Was war geschehen? Beide Seiten waren noch sehr hoffnungsfroh zum Rathaus gekommen. Auf der einen Seite die „Bürgerwind Greven GmbH & Co. KG“, ein Zusammenschluss zweier Windparkprojekte am Vosskotten und in Bockholt-Guntrup. Die Initiatoren hatten lange geplant, nach Aussagen des Geschäftsführers Stephan Eilers insgesamt eine Million Euro etwa für Gutachten und Planungen in die Hände genommen. Zum Schluss wollte die GmbH 16 Windräder mit einer Gesamthöhe von jeweils 230 Metern bauen.

Auf der anderen Seite die Mitglieder des Vereins „Gegenwind / Windkraft mit Vernunft Greven e.V.“. Die sprachen sich gegen diese Pläne aus, sammelten über 3100 Unterschriften von Grevenern, die sie unterstützen.

Und mittendrin die Politiker, die sich entscheiden mussten. Uwe Meyer von der SPD redete Klartext. „Naturschutz, das Wohl der Bürger und die Erhaltung der Lebensqualität sind uns wichtiger als Profitdenken unter dem Deckmäntelchen des Umweltschutzes.“ Harter Tobak. So hart wollte Jürgen Diesfeld von der CDU es nicht ausdrücken. „Bevor wir Planungen für Konzentrationsflächen, die recht kostenintensiv sind, beschließen, muss klar sein, welche Regeln von der Landesregierung, vom Bund und vom Bundesrat beschlossen werden.“

Sein Vorschlag: Die begonnen Planungen für einen entsprechenden neuen Flächennutzungsplan ruhen lassen, Meyer plädierte für einstellen. „Was allerdings vom Verfahren her aufs Gleiche heraus kommt“, sagte der städtische Rechtsexperte Uwe Kunze – und was nach der „Heilung“ des alten Flächennutzungsplans mit der bestehenden Konzentrationsfläche am Vosskotten problemlos ist. Kurze Beratung hinter verschlossenen Türen, dann das Ergebnis: Der Ausschuss beschloss gegen die Stimmen der Grünen das Verfahren bis auf weiteres ruhen zu lassen.

Mathys zeigte sich sehr zufrieden. „Ich bin der guten Hoffnung, dass wir das Ganze nicht noch einmal durchziehen müssen.“

Für Stephan Eilers eine bittere Niederlage. „Wir fühlen uns im Stich gelassen, das Vertrauen in die Politik ist für uns alle dahin“, sagte er auf Anfrage. Und er sieht im Endeffekt das Ende der Bürgerwind Greven. „Da ist keiner mehr bereit, Geld in die Hand zu nehmen.“

Auch ein zweites Projekt wurde – diesmal einstimmig – abgelehnt. Der Plan, auf Münsteraner Boden, der aber der Stadt Greven gehört und als ökologische Ausgleichsfläche genutzt wird, eine Versuchs-Windkraftanlage zu bauen, fiel bei den Politikern durch.

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