Ministerin Christina Schulze Föcking am FMO
Industriebrachen als Ausgleichsflächen

Greven -

Der ländliche Raum ist bedeutsam. Aber seine Infrastruktur muss besser werden, meint Christina Schulze Föcking, Landwirtschafts- und Umweltministerin in NRW bei einem Forum der CDU-Mittelstandsvereinigung.

Mittwoch, 15.11.2017, 11:11 Uhr

Felix Fiege und Ministerin Christina Schulze Föcking beim Forum der Mittelstandsvereinigung der CDU am FMO.
Felix Fiege und Ministerin Christina Schulze Föcking beim Forum der Mittelstandsvereinigung der CDU am FMO. Foto: Günter Benning

Naturschutz mit anderen Methoden. Da hätte Christina Schulze Föcking , neue Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt, Natur- und Verbraucherschutz so einige Ideen. Zum Beispiel, kritisierte die Steinfurterin beim Forum der CDU-Mittelstandsvereinigung Greven am Montagabend, dass für den Bau einer Umgehung in Metelen für acht Hektar Straße 52 Hektar Ausgleichsflächen geschaffen werden mussten: „Das fehlt der Landwirtschaft.“

Christina Schulze Föcking, MIT-Vorsitzender Dr. Christoph Kösters und Dr. Joachim Brendel von der IHK.

Christina Schulze Föcking, MIT-Vorsitzender Dr. Christoph Kösters und Dr. Joachim Brendel von der IHK. Foto: Günter Benning

Warum da nicht die Sache mit Geld regeln – und industrielle Brachflächen im Ruhrgebiet instandsetzen: „Das schafft Naturräume.“ Und entlaste den ländlichen Raum.

Schulze Föcking und Felix Fiege , Vorstand der Fiege Logistik Stiftung, waren von MIT-Vorsitzenden Dr. Christoph Kösters im Kongresszentrum des FMO begrüßt worden. Die Ministerin hob zum Loblied für den ländlichen Raum an: 60 Prozent der NRW-Bevölkerung lebe nicht in Großstädten, jeder achte Arbeitsplatz habe im Land mit Landwirtschaft zu tun, gleichzeitig gebe es zahlreiche „Hidden Champions“, die Weltmarktführer in ihren Bereichen seien und auf dem Land operierten.

Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die Infrastruktur verbessert werden müsse. Vor allem Glasfaseranschlüsse seien notwendig, „damit die Regionen attraktiver werden“.

Felix Fiege präsentierte sich als Unternehmer, der international orientiert und lokal verankert ist. Die Entscheidung, am Hauptsitz des Unternehmens in Reckenfeld deutlich aufzustocken, habe auch mit der vorhandenen Infrastruktur zu tun.

Fiege machte auch deutlich, wie heute lokale Unternehmen weltweit agieren. Für den Logistiker sei das „Cross-Border-E-Commerce“ ein „großes Geschäftsmodell geworden“.

Referenten und MIT-Vertreter im FMO-Kongresszentrum.

Referenten und MIT-Vertreter im FMO-Kongresszentrum. Foto: Günter Benning

Zu Deutsch: Das Liefergeschäft von Waren direkt zum Verbraucher – auch über Grenzen hinweg: „Besonders in China sehen wir eine Menge Potenzial.“ Zur Verdeutlichung der chinesischen Märkte: „Der größte E-Commerce-Händler dort macht am Tag 22 Milliarden Umsatz.“

Übereinstimmend war man beim MIT-Forum der Meinung, dass der Mangel an Personal eine Wachstumsbremse darstellen könne. Schulze Föcking bedauerte, dass zu wenige junge Menschen duale Ausbildungen machen wollten: „2003 wechselten 29 Prozent eines Jahrgangs ins Studium, 2015 waren es 58 Prozent.“ Dabei gebe es einen fünfmal so hohen Bedarf an Auszubildenden als an Hochschulabsolventen.

Die Suche nach Mitarbeitern umtreibt auch Felix Fiege: „Im kommenden Jahr brauchen wir mehrere Hundert Leute in Reckenfeld.“ Der Geschäftsführer des FMO, Prof. Dr. Rainer Schwarz berichtete, dass auch am Flughafen in dieser Saison nicht ausreichend Bodenpersonal gefunden werden konnte: „Da sammeln sich Überstunden an.“

In der Spediteursbranche, ergänzte MIT-Vorsitzender Christoph Kösters, kursiere ein Witz: „Was ist Logistik 4.0? Vier Lkw – und null Fahrer.“

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