Frauenchor Emsdetten
Bunter Mix aus Norwegen

Reckenfeld -

Der Frauenchor Emsdetten unter der Leitung von Harald Meyersick verzauberte die Reckenfelder Erlöserkirche.

Montag, 20.11.2017, 10:11 Uhr

Mit Schmackes sangen die Sängerinnen im Chorraum der Erlöserkirche.
Mit Schmackes sangen die Sängerinnen im Chorraum der Erlöserkirche. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Der Altarraum leuchtete in Rot und Blau, links daneben Drums, E-Bass , Gitarre und mittendrin knapp 50 Powerfrauen, die im Rhythmus mitwippten.

Dass es sich hierbei nicht um eine übliche Messe handeln konnte, war dem zahlreich erschienen Publikum am Samstagabend in der Reckenfelder Erlöserkirche sofort klar.

Der Frauenchor Emsdetten unter der Leitung von Harald Meyersick, der einst die „Tasten Akademie“ gründete, hatte ein bemerkenswertes Stück jüngster Musikgeschichte mit im Gepäck: die Gospelmesse „Gloria“ des norwegischen Komponisten Tore W. Aas . Wer aber dachte, da seien nur ein paar traditionelle Gospels zusammengeschustert worden, der musste sich eines Besseren belehren lassen. Vielmehr schienen sich diverse Stilrichtungen wie beispielsweise Gregorianik, modernes Kirchenlied, Gospel-und Popmusik zu einer Einheit kreativ zu verschmelzen. Christliche Liturgie kombiniert mit schwungvollen Rhythmen, sowie meditativ wirkenden Abschnitten sind einige Zutaten in diesem außergewöhnlichen Werk. Inhaltlich wurden wichtige Stationen aus Jesus‘ Leben, seinem Wirken, Sterben und seiner Auferstehung musikalisch nachgezeichnet.

Während sich im Präludium und Postludium die Sängerinnen in feinsten Vokalisen ergossen, ging im fetzigen „Gloria“ die Post ab. Wie immer sangen die Damen ohne Noten und konnten so bestens einen innigen Kontakt zu den Zuhörern herstellen. Für den elektronischen Sound sorgte neben Harald Meyersick am Keyboard, von wo er auch dirigierte, die Band, bestehend aus Rolf Schorfheide (Gitarre), Sascha Oeing (E-Bass) und Michael Biewald (Schlagzeug). Als absolute Vollprofis auf ihren Instrumenten bildeten sie quasi das niveauvolle „Orchester“. Tief empfunden, einfühlsam und blitzeblank intoniert gelang das Credo. Ein innigeres Glaubensbekenntnis war kaum noch vorstellbar. Als Jesus glänzte Jens Schulte-Osthoff (Tenor), der sicher auch als Musicaldarsteller eine gute Figur machen würde. Ein wenig Dschungel-Feeling á la „Der König der Löwen“ kam im fulminanten „Sanctus“ auf. Insgesamt präsentierte der Emsdettener Frauenchor Gesangskultur auf einem hohen Level. Alle Mitwir-kenden verwöhnten die Besucher gemeinsam mit vielen Gänsehautmomenten. Allerdings bleibt ein kleiner Wermutstropfen. Prinzipiell ist es eine gute Idee, die zusätzlichen Solisten mit Chormitgliedern zu besetzen, aber es ist nicht immer die beste Wahl. Auch Solopartien könnten von zwei oder drei Sängerinnen vorgetragen werden, wenn es dem Klangbild zu Gute kommt.

Tosenden Applaus und viele Bravo-Rufe gab es vom Publikum für einen tollen, mal anderen, Konzertabend.

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