Politiker für einen barrieefreien Bahnhof Reckenfeld
„Die Bahn muss handeln“

Reckenfeld -

Der Bahnhof ist für Gehbehinderte, Eltern mit Kinderwagen und Fahrradfahrer eine Zumutung. Darüber waren sich die Politiker einig, die sich am Montag zu einem Ortstermin getroffen haben. Anja Karliczek MdB will sich für das anliegen einsetzen.

Mittwoch, 06.12.2017, 10:12 Uhr

Ohne Hilfe geht nichts: Schon mit Kinderwagen ist der Zug kaum zu erklimmen. Rollstuhlfahrer haben fast keine Chance, in Reckenfeld in den Zug einzusteigen. Sie müssen nach Greven oder Emsdetten fahren.
Ohne Hilfe geht nichts: Schon mit Kinderwagen ist der Zug kaum zu erklimmen. Rollstuhlfahrer haben fast keine Chance, in Reckenfeld in den Zug einzusteigen. Sie müssen nach Greven oder Emsdetten fahren. Foto: ros

Emsdetten und Greven haben ihn, den barrierefreien Bahnsteig. Reckenfeld allerdings wurde bei der Modernisierung der Bahnhöfe in den beiden benachbarten Orten „übersprungen“.

„Es muss hier endlich was getan werden. Wir warten seit 20 Jahren darauf, dass sich hier etwas ändert“, so Ernst Reiling von Reckenfeld direkt. Das Problem brennt unter den Nägeln. Deshalb hatte Reiling jetzt Vertreter der örtlichen CDU , die Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek sowie Vertreter des VdK Reckenfeld zu einem Ortstermin am Reckenfelder Bahnhof eingeladen, um das Problem deutlich zu machen.

Als ein Regionalzug hält, zeigt sich, was Reiling bemängelt. Vor allem für Menschen mit einer Behinderung, mit Kinderwagen oder Fahrrad ist ein problemloses Zusteigen nicht möglich.

Bereits vor einigen Wochen hatte die örtliche CDU einen Antrag auf Neuermittlung des Fahrgastpotenzials eingereicht. Darin heißt es unter anderem: „Mindestens jedoch sollte durch die Modernisierung eine Gleichstellung durch einen barrierefreien Bahnsteigzugang wie bei den benachbarten Bahnhöfen Sprakel und Münster, Zentrum Nord mit der glei-chen Kategorie 5 erfolgen.“

Zurück zum Ortstermin: Dass sich am Reckenfelder Bahnhof etwas ändern muss, darin waren sich die Teilnehmer einig. „Wenn neue Mobilitätskonzepte, über die wir in Berlin diskutieren, umgesetzt werden sollen, dann muss alles ordentlich ineinander verzahnt werden. Die Infrastruktur muss auf Vordermann gebracht werden, und dazu gehören auch barrierefreie Bahnhöfe“, forderte Anja Karliczek.

Es könne nicht angehen, dass gehbehinderte Menschen, die auf Gehhilfen, Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen mit dem Bus nach Greven oder Emsdetten fahren müssten, um dann dort in den Zug zu steigen.

Die anwesenden Lokalpolitiker, aber auch der VdK, stießen ins gleiche Horn. „Wir werden uns dafür stark machen, dass sich hier etwas ändert“, versprach der Reckenfelder Vorsitzende Ulrich Stratmann.

Mangelnde Barrierefreiheit ist allerdings nicht das einzige Problem am Reckenfelder Bahnhof. „Es fehlen Stellplätze für PKW und Fahrräder. Morgens ist hier der Teufel los. Was soll das erst werden, wenn Fiege mit seinem Umbau fertig ist? Dann steigen hier noch viel mehr Leute aus und ein“, sagte Anika Stöcker (CDU).

Dass in Reckenfeld angeblich nur 180 Fahrgäste am Tag die Bahn nutzten, wie die Deutsche Bahn behauptet, konnte niemand nachvollziehen. „Die Geduld vor Ort hat eine Grenze erreicht. Die Bahn muss handeln und kann Reckenfeld nicht weiter wie ein Stiefkind behandeln“, so der Tenor.

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