Storno begeistert im Ballenlager
Herr Funke hebt ab

Greven -

Angie, Trump, Putin – sie alle kommen zur Storno-Abrechnung. Zweimal hintereinander begeisterten Funke, Rüther und Philipzen das Publikum im Ballenlager.

Mittwoch, 13.12.2017, 16:12 Uhr

Funke schwebt, Herr Rüther und Herr Philipzen machen die Musik dazu.
Funke schwebt, Herr Rüther und Herr Philipzen machen die Musik dazu. Foto: Günter Benning

Es gibt Jahre, und ja, auch Storno hat sie erlitten, in denen nichts los ist. Gähnende Langeweile in der Politik, gegen die sich das Kabarett mühselig seine Gags erkämpfen musste.

Und es gibt Jahre wie 2017. „Die Herrschaft geht vom Auto aus – in Audi Arabien“, der Gutmensch Bono von U2 kümmert sich um seine Kinder, die Boni in den Paradise Papers. Und Angie entpuppt sich als Uschi Obermaier der Christdemokraten. Harald Funke pumpt die Backen auf und schlabbert: „Die wilde Braut.“

In solchen Jahren wachsen Funke, Thomas Philipzen und Jochen Rüther in der Storno-Abrechnung quasi Flügel. Nacheinander schweben die grauen Herren im Ballenlager über die Bühne. Der Dauerbeschuss mit bitteren Weltanalysen (Rüther), schrägem Rolf-Zukowski-Abklatsch (Philipzen) und schriller Wordblödelei (Funke) lässt die Leute brüllen. Und das zweimal vor völlig ausverkauften Reihen, am Montag und Dienstag. Storno war selten besser als diesmal.

Storno in Greven

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  • Funke als Angie - das hat Tradition.

    Foto: Günter Benning
  • Storno legte im Grevener Ballenlager richtig los. Rüther, Funke und Philipzen wuchsen geradezu Flügel.

    Foto: Günter Benning
  • Storno legte im Grevener Ballenlager richtig los. Rüther, Funke und Philipzen wuchsen geradezu Flügel.

    Foto: Günter Benning
  • Storno legte im Grevener Ballenlager richtig los. Rüther, Funke und Philipzen wuchsen geradezu Flügel.

    Foto: Günter Benning
  • Storno legte im Grevener Ballenlager richtig los. Rüther, Funke und Philipzen wuchsen geradezu Flügel.

    Foto: Günter Benning
  • Storno legte im Grevener Ballenlager richtig los. Rüther, Funke und Philipzen wuchsen geradezu Flügel.

    Foto: Günter Benning
  • Storno legte im Grevener Ballenlager richtig los. Rüther, Funke und Philipzen wuchsen geradezu Flügel.

    Foto: Günter Benning

Was immer geht, ist Angie. Funkes Traum-Kaiserin. Und zwar für ganz Europa, dem inkontinenten Kontinent. Und wenn einer dagegen meckert? Einfache Lösung: „Wo gehobelt wird, da fällt der Spahn.“

Ihrem SPD-Widersacher widmen die Münsteraner das zu Herzen gehende Kirchenlied „Oh Schulz voll Blut und Wunden“. Ist ja ein Elend, sagt Rüther: „Kaum hat die SPD einen Heiland, will sie keiner wählen.“

Das Jamaika-Jahr hat überdies zu bieten: „Christion Lindnär“, dessen Herrenduft No5 gut für Egoisten ist. Oder die Frau Boring-Eckhardt, die von den Grünen nur als Quotenfrau gewählt wurde. Was Jochen Rüther unfair findet: „Ich hatte den Anton Hofreiter als Unisex durchgehen lassen.“

Das alles ist echt westfälisch, nämlich selbst in den bösesten Sprüchen noch irgendwie katholisch. Und die Herren, die mittlerweile seit 13 Jahren mit ihrer Abrechnung durch die Hallen der Region ziehen, machen auch vor der eigenen Milieugruppe, dem Kreuzviertelklüngel nicht Stopp, nämlich „den besserverdienenden Impfverweigerern, die mit dem SUV zum laktosefreien Cappuccino fahren.“ Und die nachts los müssen, damit die Nachbarn nicht sehen, dass sie Diesel tanken.

Und klar ist, was die Welt betrifft, dass Milena Trump besser ihren Föhn geheiratet hätte, weil der weniger heiße Luft macht als Donald. Und dass Trump und Putin und die AfD unter einer Decke stecken. Und Sachsen chronisch unterfremdet ist. Da ist es für Herrn Funke gar nicht die Frage, warum sich Katalonien von Spanien abnabeln will, „sondern warum Sachsen nicht.“

Es prasselt, es rappt, ja zwischendurch wird natürlich schön gegen die Bildungsreformen gesungen, die Stornos sind in bester Spiellaune. Und klären ultimative Fragen. Ehe für alle? „Klar, warum sollen es Homosexuelle besser haben als wir.“

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