Adventskalender: Jugendtraining um 19 Uhr
09er von Kindesbeinen an

Greven -

„Wir treffen uns im Kreis. Gas geben, Jungs!“ Alexander Berning ruft auf Platz 4 seine Spieler zusammen, um eine Übung zu erklären. Es ist schneidig kalt. Bewegung hilft. Der 19-Jährige begrüßt seine dezimierten D-Jugendlichen zum Training.

Dienstag, 19.12.2017, 07:12 Uhr

Alex Berning im Kreise seiner D2-Jugendlichen: Klare Ansagen durchschneiden die winterlich kalte Luft. Die Jungs sollen auch lernen: Nur als Team kann man erfolgreich sein.
Alex Berning im Kreise seiner D2-Jugendlichen: Klare Ansagen durchschneiden die winterlich kalte Luft. Die Jungs sollen auch lernen: Nur als Team kann man erfolgreich sein. Foto: Oliver Hengst

Ein paar Kicker mussten krank passen, einige fehlen wegen einer Weihnachtsfeier in der Schule. Trotz der kleinen Runde: Berning hat sich auch auf dieses Training vorbereitet. Mal stehen Torschüsse im Mittelpunkt, mal Zweikampfführung, Passspiel oder Taktik.

Er absolviert gerade seine vierte Saison als Jugendtrainer. In diesem Jahr betreut er die D2-Jugend. Er selbst ist 09-er seit Kindesbeinen. „Seit ich laufen kann“, sagt er lachend. Seit er 16 ist trainiert er auch Mannschaften. Warum eigentlich? „Es macht letztlich einfach Spaß, den Jungs etwas beizubringen. Wenn man sieht, wie sich die Spieler weiterentwickeln, ist das ein toller Erfolg. Das ist das Ziel: die Jungs weiterzubringen.“

Für dieses Ziel investiert er eine Menge Zeit: Zwei mal pro Woche ist Training, am Wochenende stehen Spiele oder Turniere an. Und dann spielt er ja auch noch selbst Fußball, hat mit seiner Mannschaft (Null-Neuns Dritte) selbst Training und Spiele zu absolvieren, bildet sich fort und engagiert sich in der Jugendabteilung. Auch, weil ihm das Miteinander und der Austausch mit anderen 09ern Freude bereitet. „Da bleibt schon noch Zeit, man muss sie sich halt nehmen“, sagt der junge Mann, der eine kaufmännische Ausbildung bei Beresa in Münster absolviert. Leicht gesagt. Oft fährt er direkt von der Arbeit zum Sportgelände Schöneflieth.

Der Lohn für soviel Engagement: das gute Gefühl, seinen Jungs etwas mitgeben zu können, ihnen zu ermöglichen, was die meisten am liebsten machen: Fußball spielen. Obendrein gibt es eine Aufwandsentschädigung vom Verein.

Und die Ergebnisse? Mal gewinnt man, mal verliert man. Aber immer gemeinsam. In der sommerlichen Findungsrunde brillierte das Team phasenweise, nun in der Liga sucht man gegen stärkere Gegner noch nach Stabilität. „Ich mache mir schon meine Gedanken, wenn es nicht läuft und hinterfrage mich auch selbst“, sagt der 19-Jährige, der das D2-Team mit zwei weiteren Jung-Trainern betreut. „Die Ergebnisse sind zweitrangig, es geht um die Entwicklung.“ Könnte auch von Tedesco oder Nagelsmann stammen, der Satz . . .

Das Training ist in vollem Gang, die D-Jugendlichen absolvieren Sprint- und Koordinationsübungen. Berning gibt lautstark Anweisungen. Manchmal muss er sie wiederholen, bisweilen auch zwei- oder drei Mal. Jungs in diesem Alter (die meisten sind elf oder zwölf) sind bisweilen eine Herausforderung. Disziplin? Manchmal schon ein Thema. Aber auch das ist eine Frage des Trainings: Lernen, dass man nur Erfolg hat, wenn alle mitziehen. „Ich will den Jungs etwas beibringen“, betont Berning vielsagend.

Nach dem Abschlussspiel zum Ende der Einheit ist die Arbeit des Trainer-Gespanns noch lange nicht beendet. „Ab in die Kabine, Hütchen und Bälle nicht vergessen“, ruft Berning seinen Jungs zu. Es geht auf halb acht zu, als die letzten endlich umgezogen sind. Der erste, der da ist, ist auch der letzte, der geht: Alex Berning geht nicht, ehe nicht alle Spieler abgeholt sind. „Bis Freitag“, ruft seinen Jungs hinterher. Dann ist wieder Training auf Platz 4.

  Foto: Oliver Hengst

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