Sebastian Bange sorgt für die weihnachtliche Kirchenmusik
Hochkonjunktur an der Orgel

Greven -

Advent – das ist Hochkonjunktur für Kirchenmusiker. Wir haben mit Sebastian Bange aus der St. Martinus-Gemeinde gesprochen.

Donnerstag, 21.12.2017, 23:12 Uhr

Sebastian Bange an seiner Orgel in der St. Martinus-Pfarrkirche.
Sebastian Bange an seiner Orgel in der St. Martinus-Pfarrkirche. Foto: bn

Er sitzt ganz oben in der St. Martinuskirche. Sebastian Bange ist Organist und Chorleiter. Über seine Arbeit sprach er mit unserem Redaktionsmitglied Günter Benning .

Ein Blick hinter die Orgelkulissen

1/7
  • Kantor Sebastian Bange an seiner Orgel in der Grevener Martinuskirche

    Foto: Günter Benning
  • Kantor Sebastian Bange an seiner Orgel in der Grevener Martinuskirche

    Foto: Günter Benning
  • Kantor Sebastian Bange an seiner Orgel in der Grevener Martinuskirche

    Foto: Günter Benning
  • Kantor Sebastian Bange an seiner Orgel in der Grevener Martinuskirche

    Foto: Günter Benning
  • Kantor Sebastian Bange an seiner Orgel in der Grevener Martinuskirche

    Foto: Günter Benning
  • Kantor Sebastian Bange an seiner Orgel in der Grevener Martinuskirche

    Foto: Günter Benning
  • Kantor Sebastian Bange an seiner Orgel in der Grevener Martinuskirche

    Foto: Günter Benning

Weihnachtszeit ist für Organisten Hochsaison. Was heißt das für Sie?

Bange: Ab Mitte des Jahres muss ich mich vorbereiten und mir viele Sachen ausdenken. In der Regel sind es vier Adventskonzerte, in diesem Jahr waren es leider nur drei. Das ist eine Reihe, die zu meiner großen Freude immer mehr Anklang findet. Bei Galaxy Brass waren es um die 600 Zuhörer – das ist eine große Motivation.

Mehr Besucher als sonst?

Bange: Zumindest erreichen wir über die Musik Menschen, die nicht zu den regelmäßigen Gottesdienstbesuchern zählen, die sich aber über Musik im kirchlichen Raum freuen – und über gute Begegnungen.

Auch bei den O-Antiphonen, sieben Mal vor Weihnachten um 21 Uhr, spielen sie oft die Orgel.

Bange: Ja, das ist ein atmosphärisch unglaublich schöner Gottesdienst mit viel Licht, Stille und Musik. Wir freuen uns, wenn jemand neugierig ist und dazukommt. Dort wird erlebbar, was viele Menschen im Advent suchen – Besinnung.

Musik spielt im Gottesdienst ein Rolle. Schlechtes Orgeln macht schlechte Laune.

Bange: Gute Orgelmusik kann die Leute auch griesgrämig machen. Wenn man als Organist aus dem Vollen schöpft, also die gesamte Bandbreite an Stilrichtungen, an laut und leise ausspielt, dann gibt es immer Menschen, die das nicht mögen. Und die äußern das manchmal auf eine Art und Weise, die nicht freundlich ist. Aber es gibt in Greven sehr viele Freunde der Orgelmusik.

Gibt es etwas, das Sie sich wünschen würden?

Bange: Unsere Orgeln in St. Martinus bieten eine ganze Menge. Für Vogelstimmen oder ein Glockenspiel, das ich angedacht habe, bräuchte ich finanzstarke Unterstützung. So ein Glockenspiel mit Röhrenglocken, das zu Weihnachten gut klingen würde, könnte mindestens 10000 bis 12000 Euro kosten. Das können wir nicht aus der eigenen Tasche zaubern.

Braucht der Organist immer die Kirche zum Üben?

Bange: Man kann auch Zuhause am Klavier spielen. Und wenn man lange Orgel spielt, wie ich, kann man sich einiges ausdenken.

Organisten hinter ihrem Spieltisch sind ja die verstecktesten Musiker überhaupt. Haben Sie mal gezählt, wie viele Tasten und Knöpfen Sie hier haben?

Bange: Jede Menge. 56 mal vier Tasten, plus 32 Pedaltasten. Dann habe ich 65 mal drei Registerschalter. Plus 40 spezielle Tasten und ein paar Tritte da unten.

Das klingt nach gewaltigem Klangvolumen?

Bange: Ach, das ist wie beim Kochen. Sie werfen ja nicht alles in den Topf, man wählt aus. Das Schöne ist, wenn man viele Klangfarben hat, dass man viele musikalische Gerichte zusammen komponieren kann. Für jede Zeit – für Weihnachten gibt es viele Lieder, über die die Menschen sich richtig freuen, die man mit der Orgel richtig gut variieren kann.

Was machen Sie nach den Feiertagen?

Bange: Da werde ich mich vorbereiten auf ein schönes Weihnachtskonzert am 7. Januar mit dem Kirchenchor und vier tollen Solisten. Das ist schön, wenn man da die Weihnachtsatmosphäre abklingen lässt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5374397?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Soll der Marienplatz neu gestaltet werden?
Pro & Contra: Soll der Marienplatz neu gestaltet werden?
Nachrichten-Ticker