Feuerwerks-Verkauf hat begonnen
Shoppen für das große Knallen

Greven -

Eine richtige Batterie, die den Himmel in ein Farbenmeer verwandelt? Dicke Böller für die Teens? Oder Knallfrösche für die Jüngsten? Heute beginnt der Verkauf von Feuerwerk für Silvester. Und da schauen auch die Ordnungsbehörden nach dem Rechten . . .

Donnerstag, 28.12.2017, 15:12 Uhr

Alles, was das Herz begehrt: Bunte Raketen, Böller und Tischfeuerwerk liegt derzeit in den Auslagen.
Alles, was das Herz begehrt: Bunte Raketen, Böller und Tischfeuerwerk liegt derzeit in den Auslagen. Foto: Jannis Beckermann

David Kersting hat das „Standardpaket“ gewählt: Ein paar bunte Raketen, Tischfeuerwerk fürs heimische Wohnzimmer und einige Knaller, die Sonntagnacht lautstark das neue Jahr einläuten sollen. Silvester ohne Feuerwerk? „Schwer vorstellbar“, sagt der Münsteraner, der mit seiner Schwester am Donnerstagmorgen in der Postenbörse auf Böller-Shoppingtour unterwegs ist.

„Das Knallen und Leuchten“, da sind sich die Geschwister einig, „gehört zum Jahreswechsel wie Dinner for One und die Neujahrsansprache der Kanzlerin.“ Erst Angie und Miss Sophie, dann Böllern und Sektanstoßen. Und das schon seit Jugendtagen.

Allein sind die beiden damit am Donnerstagmorgen in Greven gewiss nicht. Väter, Söhne, Opas, Herrenrunden – besonders die Männer schlagen beim drei Tage laufenden Feuerwerksverkauf vor Silvester ordentlich zu. Die Schlangen an den Kassen der Postenbörse und anderer Grevener Märkte sind jedenfalls bereits kurz nach dem offiziellen Verkaufsstart lang. „Gefühlt wird’s jedes Jahr mehr“, freut sich Fachverkäufer Lukas Wegmann über diesen regen Kundenandrang.

Deutschlandweit, schätzt der Branchenverband der pyrotechnischen Industrie, wandern gar Silvesterknaller im Wert von 137 Millionen Euro über die Ladentheken. Knaller ist dabei allerdings auch in Greven nicht gleich Knaller. „Es gibt quasi für jeden Geschmack und jedes Alter etwas passendes“, weiß Postenbörsen-Chefin Marina Dietz. Frauen mögen’s gerne bunter, junge Männer dagegen vor allem laut. „Für Familien“, sagen die Verkäufer, „haben wir zudem Mischpakete mit allem kombiniert.“ Der Papa darf dann die Rakete zünden und der Sohnemann die ungefährlicheren Knallerbsen ausprobieren.

Der absolute Verkaufsschlager sind und bleiben indes Batterien, die einmal angezündet automatisch ein professionelles Feuerwerk in den Silvesterhimmel zaubern. Wer es so ganze drei Minuten am Stück krachen lassen will, muss bis zu 100 Euro pro Box berappen. „Das ist aber wirklich der absolute Spitzenpreis“, so die Fachhändler.

Insgesamt, betonen auch Vertreter in den übrigen Supermärkten, sind die Preise in den vergangenen Jahren mehr oder weniger gleich geblieben. Beratung ist außerdem kaum gefragt. „Die Leute wissen meist, was sie wollen“, bestätigt Fachmann Lukas Wegmann diesen Trend.

Genauer schauen allerdings die Behörden hin. Die zuständige Bezirksregierung Münster will in diesem Jahr erneut mit 24 Beamten in zwölf Teams den ohnehin strikt reglementierten Verkauf überprüfen. „Fast immer kommt jemand vorbei“, berichtet Wegmann. Dabei werden vor allem Brandschutz sowie Flucht- und Rettungswege unter die Lupe genommen. „Sinnvoll“, findet der Verkäufer, der dafür mit seinen Kollegen drei Tage lang spezielle Regeln beachten muss.

Samstagabend ist dann jedoch schon alles wieder vorbei. Der Verkauf dauert einen Tag kürzer als sonst, weil Silvester auf einen Sonntag fällt. Knaller-Fans müssen sich also sputen oder eben auf den Nachbarn und dessen Zündelkünste hoffen . . .

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