Neujahrsempfang St. Martinus
Pfarrer setzt auf Fakten

Greven -

Friedwald, neue Kirchenstruktur, Neubau in St-. Josef - beim Neujahresempfang der Kirchengemeinde gab es reichlich zu bereden.

Sonntag, 07.01.2018, 16:01 Uhr

Pfarrer Klaus Lunnemann (l.) und Pfarreiratsvorsitzender Klaus Möllmann heben das Glas auf ein spannendes neues Jahr für die St. Martinus-Gemeinde.
Pfarrer Klaus Lunemann (l.) und Pfarreiratsvorsitzender Klaus Möllmann heben das Glas auf ein spannendes neues Jahr für die St. Martinus-Gemeinde. Foto: Janis Beckermann

Eigentlich war es nur eine klitzekleine rhetorische Fußnote ganz am Ende dieses Neujahrsempfangs . Aber eine, die saß. Denn die Kritik, die Ratsmitglieder in der Diskussion um einen Friedwald zuletzt öffentlich an ihm geübt hatten, wollte Klaus Lunemann dann wohl doch nicht unkommentiert stehen lassen.

„Wir sind hier nicht auf der Prinzenproklamation“, spielte der Martinuspfarrer beim traditionellen Sektanstoß zum neuen Jahr am Sonntag einen präzisen sprachlichen Konter.

Er reagierte damit unter anderem auf die Einlassung des SPD-Ratsherrn Michael Zweihaus, der Lunemann in Anlehnung an seine bekannte Karnevalsrolle als schlitzohrigen „Don Camillo“ bezeichnete, weil dieser einen Gesprächstermin zum geplanten Friedwald hatte platzen lassen (unsere Zeitung berichtete).

Die Vermutung einiger Ratsmitglieder: Lunemann wolle das Projekt als missliebige Konkurrenz zum angestammten, eigenen Friedhof verzögern, damit der Investor abspringe.

Kritik, die der Pfarrer nun klar zurückwies: Es gelte, die Friedhofs- und Bestattungskultur behutsam und auf der Basis von Fakten zu planen. Die „interessante Art, wie einige Ratsmitglieder darüber reden“, sei dabei wenig hilfreich, so Lunemann vor Gemeindemitgliedern im Haus der Begegnung.

Neben der aktuellen Friedhofsdebatte ging es dort insgesamt um weitere Veränderungen in der Kirchenstruktur.

Besonders der geplante Abriss und Neubau am Standort St. Josef hatte bis zuletzt nicht nur innerhalb der Martinusgemeinde die Gemüter bewegt.

Den eingeschlagenen Weg dennoch „als Notwendigkeit und Chance“ zu sehen, dafür warb neben dem Pfarrer auch der Pfarreiratschef.

„Anderswo im Bistum werden wir bewundert für die Chance, eine Kirche neu zu bauen“, sagte Pfarreiratsvorsitzender Frank Möllmann .

Er forderte Kritiker auf, „nicht in alte Gewohnheiten zu verfallen, sondern Neues zu wagen“. In St. Josef und darüber hinaus ergäben sich dazu Perspektiven, blickte Möllmann auf den Pastoralplan, den die Gemeindegremien 2017 nach vier Jahren Diskussion vorgelegt hatten.

Der Plan formuliert die Entwicklungsziele der Kirchengemeinde und insbesondere das heiß diskutierte Projekt „Josefszentrum“.

Letzteres sieht Möllmann allerdings „von einer breiten Mehrheit der Gemeinde“ getragen. Die Ergebnisse der Pfarreiratswahl im November samt deutlich gestiegener Wahlbeteiligung hätten dies bestätigt.

Trotzdem gehe es nun auch darum, die „Trauerarbeit und den Abschied von der alten Kirche würdig zu gestalten“, schaute Möllmann auf das neue Jahr, an dessen Ende, so der Plan, die alte Kirche Geschichte sein wird.

Belebt werden soll dagegen die interne Diskussionskultur in Form der Pfarrversammlung, die 2017 zum ersten Mal das sonst zelebrierte Pfarrfest ersetzt hatte.

„Ein erfolgreiches Format“, findet Möllmann, der es deshalb in Zukunft unabhängig von großen Entscheidungen wie einem Kirchenabriss einsetzen möchte.

Ähnlich äußerte sich Klaus Lunemann. „Wir sollten, müssen und können uns den Zeichen der Zeit stellen“, warb der Martinuspfarrer für Veränderung, und erhob dann doch versöhnlich das Glas auf 2018.

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