Ärger an der Alten Münsterstraße
Kein Durchkommen für Kebab-Kunden

Greven -

Die Baustelle an der Alten Münsterstraße rückt weiter vor. Jetzt fühlt sich der tandure-Grill abgeschnitten.

Dienstag, 09.01.2018, 10:01 Uhr

Er lächelt nicht nur fürs Foto: Kemal Kayaci ist ein freundlicher Mann. Aber die Baustelle vor seiner Haustür ärgert ihn schon sehr.  
Er lächelt nicht nur fürs Foto: Kemal Kayaci ist ein freundlicher Mann. Aber die Baustelle vor seiner Haustür ärgert ihn schon sehr.   Foto: Oliver Hengst

Kemal Kayaci ist kein Nörgler, er hat nichts gegen Baustellen und auch nichts gegen die vor seiner Haustür. „Die Baustelle muss sein, sie ist wichtig.“ Er weiß: Die Sanierung und Neuverlegung von Strom-, Gas- und Wasserleitungen ist nicht ganz ohne Einschränkungen zu machen.

Und doch ist der Inhaber des „Tandure“-Grills unzufrieden. Denn die Baustelle, besser gesagt: die Absicherung derselben, verhagelt ihm das Geschäft. „Das ist schon negativ für uns. Wir haben richtig wenig Umsatz gemacht.“ Viele Gäste beschwerten sich über die großen Umwege, die sie in Kauf nehmen müssten, um das Restaurant zu erreichen. Und viele blieben gleich ganz weg. 

Das Problem sind die Absperrungen. Die waren, so bemängelt Kayaci, wochenlang so aufgestellt, dass Kunden den Laden kaum erreichen konnten. Sowohl von den öffentlichen Parkplätzen an der Münsterstraße (neben Greven Marketing) als auch von den hauseigenen hinter dem Grill gab es kein Durchkommen. Und wer zu Fuß kam, musste sich einen (Um-)weg durch das Gewirr der langen Sperrgitter suchen. „Die Leute konnten einfach nicht zu uns kommen“, sagt er. Rund einen Monat lang gehe das nun schon so. Natürlich auch über die Feiertage, wo gar nicht gearbeitet wurde. „Ich habe dann ein bisschen geschimpft.“ Daraufhin wurde am Montag immerhin ein Durchgang zum Lokal geöffnet. Andere Läden seien zwar auch betroffen, überall sonst habe es aber Durchgänge für Kunden gegeben.

Sein Vorwurf richtet sich nicht gegen die Baufirma. „Das ist eine Frage der Planung. Dass gebaut wird, ist eine gute Sache. Aber es hätte besser ins Frühjahr gelegt werden sollen.“ Dann hätte man die Arbeiten rasch abschließen können. Aktuell, so Kayaci, gehe es nur sehr schleppend voran, weil für manche Arbeiten trockenes Wetter und stabile Plus-Grade nötig sind. Beides zusammen gibt es momentan selten, so dass sich die Baustelle zieht wie ein Kaugummi.

Gewünscht hätte er sich auch eine vorherige Absprache mit ihm als Anlieger. Dass das möglich ist, zeigen die Stadtwerke, die stets im Vorfeld der Rohrspülungen nachfragen, wann es am besten passe, so Kayaci. Wie lange die Baustelle noch andauert, konnte ihm niemand sagen. Der Grill-Inhaber befürchtet: noch Wochen oder Monate, je nach Wetter.

Laut Stadtwerke-Homepage sollte die Baustelle voraussichtlich Ende Dezember 2017 abgeschlossen sein – eigentlich.

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