Neujahrskonzert in der St. Martinuskirche
Resonanz war überwältigend

Greven -

Mit solch einer Resonanz bei den Liebhabern feinsten Chorgesangs hatte wohl niemand gerechnet. Nur ganz wenige Plätze waren am Sonntag in der Reihe der „Kirchenmusik in St Martinus“ frei geblieben.

Montag, 08.01.2018, 18:01 Uhr

Der Chor von St. Martinus begeisterte bei drei Liedern mit guter Stimmgruppentrennung und reiner Intonation.
Der Chor von St. Martinus begeisterte bei drei Liedern mit guter Stimmgruppentrennung und reiner Intonation. Foto: Axel Engels

Die ausgelegten Programme reichten bei weitem nicht aus, teilte man bei diesem innigen Musikerlebnis aber gerne mit seinem Sitznachbarn.

Unter der Leitung von Sebastian Bange war ein facettenreiches Programm zusammengestellt worden, das ein glanzvolles Musikerlebnis bot. Bei dieser weihnachtlichen Feierstunde unter dem Titel „Engel auf den Feldern singen“ bot einen Ort der Ruhe und Einkehr, genoss man die mit versierter Kunstfertigkeit erklingende Musik.

Die Trompeter Dirk Nischik und Jan Drees eröffneten bei sensibler Orgelbegleitung von Sebastian Bange mit der „Sonate D-Dur für zwei Trompeten und Orgel“ von Petronio Franceschini das Konzert, wussten in einem stets stimmigen Dialog die vier Sätze mit Eleganz und Grazie zu gestalten. Auch bei der Besetzung mit zwei Trompeten und Orgel „Offeroire über ein spanisches Weihnachtslied“ von Alexandre Guilmant fühlte man sich gleichsam entführt in eine ganz andere Welt.

Mit ihren Querflöten bereicherten Valerie Pieper und Hanna Schlusche bei den Zwischenspielen der Chorwerke den Klang um eine strahlende Farbe, integrierten sich dabei harmonisch in den Wechsel von instrumentalen und choralen Partien.

Für mediterranes Flair sorgten sie bei der „Sonate F-Dur für zwei Flöten und Basso continuo“ von Arcangelo Corelli, spielten technisch brillant und ausdrucksstark dieses anspruchsvolle Werk.

Konzert in der Martinuskirche

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  • Foto: Axel Engels
  • Foto: Axel Engels

Der Martinus-Chor wusste seine Qualitäten bei „Sei willkommen, Jesus“ in drei Liedern einzubringen, konnte sich bei guter Stimmgruppentrennung und reiner Intonation ganz auf den Inhalt jenseits des reinen Notentextes konzentrieren.

Innig und mit Inspiration gestaltete der Chor unter dem versierten Dirigat von Sebastian Bange Werke wie das „Weihnachts-Wiegenlied“ von John Rutter, wobei sehr stilsicher die besondere Kompositionsart des britischen Komponisten wiedergegeben wurde.

Auch bei der weihnachtlichen Motette „Transeamus usque Bethlehem“ genoss man die sensible und innige Art der Ausgestaltung. Sebastian Bange zeigte sich aber nicht nur als herausragender Orgelbegleiter und Chorleiter.

Seine Bearbeitung der Melodie von Katherine Kennicott Davis „Der kleine Trommler“ und „Engel auf den Feldern singen“ nach der traditionellen französischen Melodie aus dem 18. Jahrhundert waren satzmäßig bestens auf den Martinus-Chor abgestimmt, so dass man ein bis ins kleinste Detail passende Interpretation hörte.

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