Steinway für Greven
Anständiger Golf statt S-Klasse

Greven -

Die Freunde guter Klaviermusik atmen auf. Jetzt gibt es endlich einen Steinway. Wenn auch einen kleineren als geplant. Aber es kann aufgestockt werden.

Mittwoch, 10.01.2018, 09:01 Uhr

Wolfgang Bernhard (l.), Dr. Stefan Erdmann und Pons Beu­ning mit einer Steinway-Taste.
Wolfgang Bernhard (l.), Dr. Stefan Erdmann und Pons Beu­ning mit einer Steinway-Taste. Foto: Günter Benning

Der Steinway kommt. Er ist bestellt und wird, wenn alles gut geht, beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ am 27./28. Januar eingespielt. Das ist zunächst mal besonders wichtig für Wolfgang Bernhardt , den Leiter der Musikschule Greven/Emsdetten/Saerbeck: „Ein Flügel-Problem haben wir ja schon seit längerem.“

Bernhard, Dr. Stefan Erdmann , Organisator von Greven Klassik, und „Spenden-Aquisiteur“ Pons Beuning hatten ins Café am Nierdort geladen, um die etwas verwirrende Diskussion über den Steinway-Flügel aufzudröseln. An der Wand hängen kleine Glaskästen mit Steinway-Tasten. Die sollen die Spender bekommen.

Zum Hintergrund der Diskussion der vergangenen Tage: Steinway ist nicht Steinway. Vergangenes Jahr hatte Stefan Erdmann noch von einem 90 000 Euro teuren Instrument geträumt, für das man Spenden sammele. Das wäre der Steinway-B-Flügel mit einer Gesamtlänge von 2,20 Metern gewesen. Wem der Preis hoch erscheint, sei verraten, dass etwa Ibbenbüren gleich zwei davon hat.

Mittlerweile ist die Wunschliste aber umgeschrieben. Statt des B-Flügels steht dort jetzt ein Boston-Flügel. Auch von Steinway. „Auch ein sehr gutes Instrument“, sagt Wolfgang Bernhardt. Aber es kostet ,nur‘ 44 000 Euro.“

Das kommt derzeit deutlich näher an die finanziellen Möglichkeiten der Freunde guter Musik heran. Sie haben nämlich rund 33 000 Euro an Spenden gesammelt. Außerdem werden zwei alte Flügel in Zahlung genommen.

Bleibt als städtischer Zuschuss, rechnet man alles zusammen, noch rund 6000 Euro übrig. Also nicht etwa die Hälfte, wie Kritiker der Flügelbeschaffung vermuten ließen.

Die kleine Finesse an diesem Deal: Sollten die Grevener in den nächsten zehn Jahren genug Geld zusammenbekommen, könnten sie ihren Boston-Steinway ohne Verlust gegen das teure Modell eintauschen.

Dass jetzt endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden, hat auch einen praktischen Grund. Einige Spendenzusagen waren termingebunden. Bei Verzögerungen hätten sie nicht mehr gegolten.

Für Bernhard – übrigens als Musiker Oboist – wird der neue Steinway – „ein guter Golf unter den Instrumenten statt der S-Klasse“ – eine ganz neue Klangfülle mit sich bringen.

Bisher wird nämlich auf alten Schätzchen gespielt. Der Bechsteinflügel in der Kulturschmiede ist 100 Jahre alt. Er ist in seinem Leben schon einmal aufgearbeitet worden. „Aber er verstimmt sich“, so Bernhardt. Manchmal schon zwischen Probe und Konzert. Der große Feurich-Flügel mit einer Gesamtlänge von 2,90 Meter stand ursprünglich in der Martinus-Grundschule, wurde dann ins Gymnasium versetzt. „Weicher Klang“, urteilt der Musiker. Auch der Feurich verstimme sich schnell. „Für große Konzerte ist er überwiegend nicht mehr zu gebrauchen.“

Und auch ein 40 Jahre alter Yamaha-Flügel in der Augustinianum-Aula sei „wirklich, sehr, sehr auf.“ Er soll überholt werden und bleiben. Der Bechstein und der Feurich werden in Zahlung gegeben. In der Vergangenheit, heißt es, hätten einige Pianisten gleich ihre eigenen Instrumente mitgebracht. Bei Flügeln ist das schon ein Aufwand. Vereinzelt wurden auch Steinways ausgeliehen.

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