Zehntausende von Euro Schaden
Harte Strafen für Bande beantragt

Greven -

Die Diebe brachen überall im Kreis Steinfurt und anderswo ein. Jetzt fordert die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen.

Dienstag, 09.01.2018, 17:01 Uhr

 
  Foto: dpa

Mehrjährige Haftstrafen hat jetzt die Staatsanwältin im Prozess gegen drei Männer gefordert, die von Dezember 2016 bis März 2017 unter teilweise wechselnder Beteiligung in zahlreiche Wohnungen in Lengerich, Greven, Lotte und darüber hinaus bis hin nach Bayern eingebrochen waren. Der Beuteschaden soll in drei Fällen über je Zehntausend Euro betragen haben.

Zur Erinnerung: Das Trio aus Hamm hatte im Oktober gestanden, insgesamt 48 Einbrüche versucht oder vollendet zu haben, immer auf der Suche nach Bargeld und Goldschmuck. Verschlossene Fenster oder Terrassentüren waren kein Hindernis. Die wurden kurzerhand aufgehebelt.

Seit Montag nun befindet sich der Prozess in der entscheidenden Phase: Die drei Angeklagten im Alter von 24, 42 und 47 Jahren – zwei Albaner und ein Italiener – sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen Bandendiebstahls für mehrere Jahre hinter Gittern. Die Staatsanwältin hat in einem Fall eine Strafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert, in einem zweiten Fall sechs Jahre und für den Kopf des Trios sieben Jahre und neun Monate. Ihre Begründung: Innerhalb der Bande habe eine Struktur bestanden, in der der 42-Jährige der Bestimmende gewesen sei. Der Jüngste habe nur abgenickt, zog die Vertreterin der Anklage am Montag Bilanz. Dem 47-Jährigen kreidete sie erschwerend an, das Vertrauensverhältnis zu einer Geschädigten missbraucht zu haben.

In ihrer Beweiswürdigung ließ die Staatsanwältin die Folgen für einzelne Opfer nicht unerwähnt. Ein Betroffener schlafe auch vier Monate nach der Tat noch mit einem Dreizack neben seinem Bett. Bei einem anderen sei das Haus zu einem Sicherheitstrakt geworden. Für die Staatsanwältin stand nach den Zeugenaussagen, der Funkzellenauswertung und anhand einer DNA-Spur und dem weitgehenden Geständnissen der Angeklagten ihre Täterschaft an den Wohnungseinbrüchen fest.

Während die Staatsanwältin keine Reue bei den Angeklagten erkennen konnte und drastische Strafen forderte, plädierten die Verteidigung auf ein mildes Urteil. Was die Staatsanwältin „rausgehauen“ habe, wolle man nicht unwidersprochen stehenlassen. „Ein Geständnis ist ein Geständnis. Ob von Reue getragen oder nicht.“ In der Quantität der Einbrüche seien die Angeklagten zwar Weltmeister. In der Qualität aber keine Profis, sagte der Verteidiger. Auf die Aussage der Polizei zu setzen, reiche nicht aus. Entgegen den Feststellungen der Staatsanwältin lägen auch keine gesicherten Erkenntnisse vor, dass die beiden Albaner nur eingereist seien, um Einbruchsdiebstähle zu begehen. Die Straftaten hätten erst begonnen, als sie keine Arbeit fanden, argumentierte die Verteidigung.

► Das Urteil wird am Donnerstag verkündet.

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