Neues Siegel für Il Nido
Kita ohne Erdnüsse

Greven -

Die Kindertagesstätte Il Nido der evangelischen Jugendhilfe Münsterland GmbH hat in den vergangenen Jahren Erdnüsse aus ihrer Einrichtung verbannt. Die Kita in der Grevener Wöste trägt daher seit kurzem das Siegel „Erdnussfreie Einrichtung“ des Nuss-Anaphylaxie Netzwerks (NAN).

Freitag, 19.01.2018, 21:01 Uhr

Erzieherinnen, Eltern und Kinder freuen sich über das Siegel „Erdnussfreie Einrichtung“.
Erzieherinnen, Eltern und Kinder freuen sich über das Siegel „Erdnussfreie Einrichtung“. Foto: Pf

Kinder bringen Erdnüsse, die zur Familie der Hülsenfrüchte zählen, nicht mehr mit, beim gemeinsamen Backen werden sie nicht mehr verwendet und auch die weiteren Mahlzeiten in der Kita sind darauf eingestellt. Der Hintergrund: Ein Kind mit einer Erdnussallergie besucht die Kita. Der Kontakt mit Spuren von Erdnüssen kann bei ihm eine lebensgefährliche Überempfindlichkeitsreaktion, eine sogenannte Anaphylaxie, auslösen.

Das NAN möchte mit seiner Arbeit einen Beitrag zur Aufklärung leisten und zeigen, dass es Kitas mit einer vorbildlichen Betreuung für anaphylaxiegefährdete Kinder gibt. Dabei geht es nicht um Verbote, Druck und Sanktionen; stattdessen stehen Aufklärung, gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme durch einen freiwilligen Verzicht im Vordergrund. „Da wir eine additive Kita sind und neben den regulären Kitaplätzen acht Plätze für Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf anbieten, ist es für uns selbstverständlich, auf die speziellen Bedürfnisse aller Kita-Kinder einzugehen“, berichtet die Leiterin Anja Olbrich.

Das Gruppenteam und weitere Kolleginnen sind mittlerweile durch spezielle Erzieher-Schulungen darauf vorbereitet, im Notfall die erforderlichen Medikamente sowie eine Adrenalin-Injektion verabreichen zu können. Dieses Wissen wurde im Rahmen einer Teamsitzung an alle anderen Kolleginnen weitergegeben.

Auch alle Eltern und Kinder sind mit im Boot: Durch Anschreiben, Aushänge und im persönlichen Kontakt wurde Aufklärungsarbeit betrieben, interessierte Eltern können sich sogar selbst mit der Handhabung des Adrenalin-Pens vertraut machen. So werde der Gedanke des NAN erfolgreich umgesetzt, berichtet Erzieherin Sarah Höfker: „Das Verständnis bei allen Beteiligten, auch den Kindern, ist groß. Nicht nur die anderen, sondern auch der betroffene Junge selbst, werden sensibilisiert. Er klärt andere Kinder darüber auf, dass er keinen Kontakt zu Erdnüssen haben darf. Er hinterfragt und sichert sich ab, bevor er mitgebrachte Lebensmittel anderer zu sich nimmt.“

Um das Kind in den Kita-Alltag zu integrieren, werde beispielsweise bei Geburtstagen, Festen oder anderen Aktionen gemeinsam abgesprochen, welche Nahrungsmittel die Kinder mitbringen können. Auf diesem Weg kann sich das betroffene Kind sicher im Kita-Alltag bewegen.

Die Eltern, die sich mit dem Auftreten der ersten anaphylaktischen Reaktion ihres Sohnes vor zwei Jahren plötzlich mit einer völlig neuen Lebenssituation konfrontiert sahen, sind dankbar für so viel Engagement aller Erzieher, Eltern und Kinder in der Kita.

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