Ortsmitte
Ein Wettbewerb wird ausgelobt

Reckenfeld -

Jetzt wird es ernst mit der Überplanung der Reckenfelder Ortsmitte: Der Ausschuss für Stadtplanung soll in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag einen „Städtebaulichen Wettbewerb Ortsmitte Reckenfeld“ auf den Weg bringen. Entsprechende Haushaltsmittel stehen bereit.

Montag, 22.01.2018, 09:01 Uhr

Diese Planskizze von NRW Urban war vom Reckenfelder Bezirksausschuss einhellig abgelehnt worden. Die wichtigste Begründung: Zu wenig Gemeinschaftseinrichtungen, zu wenig öffentliches Grün. Die blauen Flächen sehen 92 Wohnungen in Mehrfamilienhäuser, die roten Flächen 78 Einfamilienhäuser vor.
Diese Planskizze von NRW Urban war vom Reckenfelder Bezirksausschuss einhellig abgelehnt worden. Die wichtigste Begründung: Zu wenig Gemeinschaftseinrichtungen, zu wenig öffentliches Grün. Die blauen Flächen sehen 92 Wohnungen in Mehrfamilienhäuser, die roten Flächen 78 Einfamilienhäuser vor. Foto: NRW.URBAN

Zur Erinnerung: Im Laufe dieses und des nächsten Jahres sollen die Sportanlagen von der Ortsmitte an den Wittler Damm verlegt werden. Dadurch entsteht – einschließlich des Schulgeländes – mitten im Herzen Reckenfelds eine etwa 4,6 Hektar große Fläche, die neu bebaut werden kann. In den vergangenen acht Jahren wurden dafür, unter großer Bürgerbeteiligung, verschiedene Konzepte entwickelt – etwa das Projekt „Reckenfeld 2020“ und das Integrierte Handlungskonzept für die Ortsmitte Reckenfeld. Auch Studenten haben sich mit dem Areal beschäftigt, und jüngst erst hat die Landesgesellschaft „NRW.Urban“ einen „Standortcheck“ vorgelegt.

Mit diesem Standortcheck hatten die Reckenfelder große Hoffnungen verbunden – und waren enttäuscht worden. Nicht nur, dass das Papier nur eine sehr grobe Skizze darstellte. Auch der Umstand, dass weder der Wunsch der Reckenfelder nach einem Bürgerzentrum noch nach einer großen öffentlichen Grünfläche berücksichtigt worden war, sorgte für Kritik. Vor diesem Hintergrund hat sich die Verwaltung entschlossen, einen nichtoffenen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben. Dies bedeutet, dass die Stadt unter den Bewerbern anhand bestimmter Kriterien eine überschaubare Zahl von Teilnehmern auswählt, die sich an dem Wettbewerb beteiligen sollen. Diejenigen, die sich am Ende durchsetzen, sollen dann in Reckenfeld auch planen dürfen. „Ein Wettbewerb beinhaltet insofern immer auch ein Auftragsversprechen“, heißt es in der Vorlage für den Planungsausschuss.

Wichtig für die Stadtverwaltung ist, so deutet sie an, dass in die neuen Planungen Ideen aus den alten mit einfließen. Mit Blick auf das integrierte Handlungskonzept heißt es: „Nicht alle in diesem Handlungskonzept beschriebenen Maßnahmen entsprechen noch den heutigen Vorstellungen zur Entwicklung der Ortsmitte. Im gleichen Maße sind aber auch nicht alle Erkenntnisse des Handlungskonzeptes obsolet.“ Und bezüglich der Kritik des Reckenfelder Bezirksausschusses am Standortcheck von NRW.Urban heißt es, dass es auch dort Aspekte gebe, „die bei einer zielgerichteten Konkretisierung der Planung für diesen Stadtraum helfen können“. Im Entwurf der NRW-Planer hatte es unter anderem geheißen, dass der Standort durchaus mehr Mehrfamilienhäuser vertrage als von der Stadt vorgesehen. Diese hatte etwa genauso viele Wohnungen in Mehrfamilienhäusern als in Einfamilienhäusern für den Entwurf vorgesehen.

Wie viele Menschen künftig in der Ortsmitte wohnen werden, darüber lässt sich angesichts der so unterschiedlichen Ideen, die derzeit kursieren, noch nichts Genaues sagen. In einer Sitzung des Bezirksausschusses war die Rede davon gewesen, dass bis zu 1200 Menschen dort wohnen können. Das stößt aber in der Reckenfelder Politik auf entschiedenen Widerstand. „500 bis 700 Einwohner“ kann sich beispielsweise Ernst Reiling für das Viertel vorstellen. Aber wie viele es wirklich werden, ist derzeit noch offen: „Nach Angaben des federführenden Teams hier in der Verwaltung gibt es noch überhaupt keine konkrete Prognose über mögliche zukünftige Einwohnerzahlen in der Ortsmitte Reckenfelds“, so Wolfgang Jung von der städtischen Pressestelle.

► Der Planungsausschuss tagt am Donnerstag, 25. Januar, um 17 Uhr im Ratssaal.

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