Reckenfeler Ortsmitte
„Vollziehen einen Quantensprung“

Reckenfeld -

Reckenfeld wird sich ändern. Ein Wettbewerb soll dafür die Marken setzen. Diskutiert wurde im Stadtplanungs-Ausschuss.

Sonntag, 28.01.2018, 06:01 Uhr

Platz für jede Menge Ideen: „Eine entscheidende Stelle“ sagt Dr. Christian Kriegeskotte über die Ortsmitte, ein „Kaleidoskop der Möglichkeiten“ nennt Jürgen Diesfeld den Wettbewerb, der nun vorbereitet wird.  
Platz für jede Menge Ideen: „Eine entscheidende Stelle“ sagt Dr. Christian Kriegeskotte über die Ortsmitte, ein „Kaleidoskop der Möglichkeiten“ nennt Jürgen Diesfeld den Wettbewerb, der nun vorbereitet wird.   Foto: rbö

Der Zug ist aufs Gleis gesetzt, jetzt gibt es kein Halten mehr: Die Reckenfelder Ortsmitte wird ihr Gesicht verändern. Wie genau – das soll nun ein Gestaltungswettbewerb unter Einbindung der Reckenfeder Bürger klären. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) machte am Donnerstag den Weg dafür frei – einstimmig. Wie berichtet sollen die jetzigen Sportflächen an den Wittlerdamm verlagert werden und das Areal dann (unter anderem) für Wohnbebauung genutzt werden.

Einen „gewissen Quantensprung“ nannte Ausschussvorsitzender Jürgen Diesfeld ( CDU ) den Beschluss. „Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Ende des Jahres 2018 werden wir sicher ein ganzes Stück weiter sein.“

Der Wettbewerb solle nun „sehr kurzfristig“ vorbereitet werden, wie Matthias Herding , im Rathaus für Stadtentwicklung zuständig, betonte. Ein „halbes bis dreiviertel Jahr“ müsse man viele kleine Schritte gehen, um dann den eigentlichen Wettbewerb starten zu können. Man werde zunächst ein Büro mit dem Management des Verfahrens betrauen und dann einen „Bestellzettel“ für den Wettbewerb (Auftrag, Art und Umfang) ausarbeiten. ASU und Bezirksausschuss Reckenfeld sollen jeweils einbezogen werden. „Uns ist natürlich ganz wichtig, das, was bislang schon erarbeitet und diskutiert wurde, auch aufnehmen“, sagte Herding zu Nachfragen, wie denn mit der jahrelangen Vorarbeit (unter anderem Reckenfeld 2020) umgegangen werde. Dass diese Ergebnisse in den Wettbewerb einbezogen werden müssten, forderten Vertreter mehrerer Parteien mit Nachdruck. „Die Vorarbeiten aus Reckenfeld 2020 müssen natürlich Berücksichtigung finden“, forderte etwa Andreas Hajek (CDU).

Wünsche gibt es genug: zum Beispiel alte Wegeverbindungen aufnehmen, den Schul-Altbau erhalten, bezahlbaren Wohnraum schaffen (Borggreve, Grüne), ein Bürgerzentrum, Grünflächen, Wohn- und Aufenthaltsqualität (Cejka, Reckenfeld direkt) oder Integration von Generationentreff und Einzelhandel sowie Vorgaben zur Art der Bebauung (Krieges­kotte, SPD).

Die Rahmenbedingungen der Fläche (Zufahrt, Lärmschutz etc.) werden jetzt ermittelt, wie Herding betonte. Man wolle den Wettbewerb jedoch nicht zu eng fassen, sondern setze (auch) auf die Expertise externer Ideengeber.

Ob in der Ortsmitte ein Bürgerhaus entsteht? „Auch das werden wir natürlich prüfen“, sagte Herding. Man werde Fakten zur Wirtschaftlichkeit vorlegen. Man müsse auch die Folgekosten einer solchen Einrichtung im Blick haben. Das provozierte den Widerspruch von Moritz Hauschild (Linke), der davor warnte, diese Frage nur von den Finanzen abhängig zu machen. „Wir haben nur einmal die Chance, es richtig und ordentlich zu machen.“

Und reichen die 100 000 Euro aus? „Es ist nicht üppig, wir werden keine großen Geldgeschenke austeilen können“, sagte Herding. Aber 100 000 Euro seien ausreichend bemessen, man erhalte dafür Qualität. „Ein Wettbewerb mit wenig Geld als Anreiz wird keine guten Ergebnisse bringen“, gab sich Ludger Mussenbrock (Bürgerverein) skeptisch. Er argwöhnt, dass allein 50 000 Euro für das Wettbewerbsmanagement benötigt werden. Herding geht jedoch von weniger aus.

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