Neuer Konzertflügel
„Ein Grund zu feiern“

Greven -

Endlich ist er da. Der schwarze Lack ist auf Hochglanz poliert, alle Augen (und Ohren) sind auf ihn gerichtet. Vorbei die Zeit, in der ausgebessert und improvisiert werden musste. Am Sonntag nahm die Stadt Greven im Rahmen einer Matinee den lang ersehnten Boston Steinway in Empfang.

Sonntag, 25.02.2018, 21:02 Uhr

Jene Spender, die nicht krank waren oder das Licht der Öffentlichkeit scheuten, stellten sich am Ende der Matinee mit dem Musiker-Trio Kurz, Reuland und Woolf zum Erinnerungsfoto auf. 
Jene Spender, die nicht krank waren oder das Licht der Öffentlichkeit scheuten, stellten sich am Ende der Matinee mit dem Musiker-Trio Kurz, Reuland und Woolf zum Erinnerungsfoto auf.  Foto: Oliver Hengst

Er wird künftig für die Musikschule und die Reihe Greven Klassik genutzt. Der erste, der ihn spielen durfte, war allerdings am Vorabend auf Einladung der KI zu Gast in Greven: Pauls Millns durfte als erster Hand anlegen.

Pons Beuning war rund zwei Jahre lang als Spendeneintreiber unterwegs. Er habe sich dabei auch „so manche blutige Nase geholt.“ Im Laufe der Zeit habe er „etliche Mal bedauert“, dem Werben von Dr. Stefan Erdmann erlegen zu sein, der ihn einst bat, die Akquise zu übernehmen. „Ich hab`s Dir gleich gesagt“, antwortete dieser lachend.

Sei‘s drum. Das lange Werben war letztlich erfolgreich. Auch wenn der Wunsch nach einem „90 000-Euro-Geschoss“ (Beuning) nicht in Erfüllung ging. Aber noch ist der Traum nicht ausgeträumt. „Wir haben quasi die Silbermedaille geholt, so wie heute Morgen das deutsche Eishockeyteam“, sagte Erdmann. Nicht ausgeschlossen sei, dass man sie noch in eine goldene verwandeln könne. Denn, das verriet Beu­ning, man habe mit dem Pinaohaus Micke vereinbart, den Flügel innerhalb von zehn Jahren verlustfrei zurückgeben zu dürfen, falls man doch noch Geld für etwas noch Hochwertigeres auftreiben könne. „Das ist sogar vertraglich vereinbart“, bestätigte Rudolf Micke.

Wie erhaben der „Neue“ klingt, bewies zunächst Musikschülerin Karla Bülte. Das Trio Gary Woolf (Querflöte), Matthias Reuland (Violine) und Sebastian Kurz (Klavier) bewies schließlich, welches Klangvolumen man dem neuen Instrument entlocken kann. Die rund 70 Gäste der Matinee lauschten gebannt, erfreut, ergriffen.

Wolfgang Bernhardt, Leiter der Musikschule, betonte, wie gerne er in diesem Kulturzentrum arbeite. „Dieses Instrument macht all das endlich rund. Jetzt ist es wirklich ein Kulturzentrum.“

Beuning dankte bei der Übergabe der „Tasten-Kästen“ allen Sponsoren für die Unterstützung, allen voran der Sparkasse (10 000 Euro) und den Rotariern (5000 Euro.) 33 000 Euro kamen mit dieser Aktion zusammen. Nach einem gagenfreien Konzert sowie dem Verkauf des Steinway-Vorgängers war man dann bei 39 000 Euro angelangt. Die Stadt gab weitere rund 15 000 zur Gesamtsumme von gut 50 000 Euro dazu.

So habe man „ein fantastisches Instrument für Greven“ anschaffen können, freute sich Beuning. Detmold habe 50 Steinways, Münster zwölf, Ibbenbüren drei, Emsdetten zwei. „Und endlich ist auch einer hier.“

Von derlei Wettbewerben wollte Bürgermeister Peter Vennemeyer nichts wissen. Gleichwohl freute er sich natürlich über die Neuerwerbung. „Wir können stolz sein, dass das Instrument jetzt da ist.“ Die Spendenaktion nannte er ein „großartiges Projekt. Danke an alle, die dazu beigetragen haben“. Welches künstlerische Potenzial in der Musikschule stecke, habe nicht zuletzt die Matinee gezeigt. „Ich wünsche Ihnen viel Freude an dem Instrument. Mich hat das, was ich hier heute gehört habe, neugierig gemacht.“

Wolfgang Bernhardt strich das beharrliche Engagement von Pons Beuning heraus, „ohne den hier vieles nicht möglich gewesen wäre. Unglaublich, wie Du Dich eingesetzt hast.“

Und Dr. Stefan Erdmann (Greven Klassik) fand die passenden Worte für den Übergang zum Umtrunk. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Da habe Kästner schon recht gehabt, das habe man beherzigt. Erfolgreich. „Das ist ein Grund zu feiern.“

Neuer Steinway für Greven

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