Fünftes Aulakonzert
Auf hohem künstlerischen Niveau

Greven -

Mozart, Haydn und Schubert exquisit gespielt – das fünfte Aulakonzert bot am Sonntagabend einen auch vom Programm her besonders ansprechenden Abschluss der Saison 2017/18.

Dienstag, 06.03.2018, 10:03 Uhr

Fünftes Aulakonzert: Auf hohem künstlerischen Niveau
Foto: axe

Mit der „Neuen Philharmonie Westfalen“ und Leitung von Bernhard Forck erlebten die Musikliebhaber im Ballenlager ein Orchester, dass für seinen farbenreichen Klang bekannt ist. Stars wie Anna Netrebko, Herbie Hancock, Martin Stadtfeld oder Lang Lang wissen die Qualitäten dieses Orchesters zu schätzen. Unter der künstlerischen Leitung des Violinisten und Dirigenten Bernhard Forck war ein Programm zusammengestellt worden, das wohl für jeden Musikgeschmack auf hohem künstlerischen Niveau das passende Werk bot.

Mit dem „Präludium und Fuge nach Bachs Klavierwerk BWV 874“ von Wolfgang Amadeus Mozart eröffnete die „Neue Philharmonie Westfalen“ den Abend. Wolfgang Amadeus Mozart hat hier seine ganze in Kontrapunkt- und Fugenstudien erreichte Kunst einfließen lassen, dabei eine inspirierende vierstimmige Streicherbearbeitung der musikalischen Grundlage aus dem „Wohltemperierten Klavier“ geschaffen. Mit Akribie und Feinsinn gestaltete das Orchester seine Interpretation, wusste die Architektur des Werkes sehr transparent wiederzugeben.

Stilistisch natürlich bis ins kleinste Detail adäquat spielte sie die zwei folgenden Sätze aus dem Bühnenstück „Thamos, König von Ägypten“ von Tobias Freiherr von Gebler, zu dem Mozart die Zwischenmusiken komponiert hat. Die Nähe zur Oper wurde dabei auch klanglich nachvollziehbar. Mag das Bühnenstück auch längst vergessen sein, die leider nur selten zu hörende Musik erklang an diesem Abend wie vom Staub der Zeit befreit in einem ganz lebendigen Gewand.

Bei der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart konnte die „Neue Philharmonie Westfalen“ ihre kultivierte und elegante Spielweise aufzeigen. Da erklang die große „Haffner-Sinfonie Nr. 45 D-Dur KV 385“ in all ihrer Schönheit, erhielt jeder einzelne Satz einen ganz markanten Klang und Charakter. Tiefe zeigte sich beim „Allegro con spirito“, lyrische Melodieführung beim „Andante“, Eleganz und Grazie beim „Menuetto“ und ungebremste Spielfreude beim finalen „Presto“.

Aber das Konzert hielt noch einen weiteren Glanzpunkt orchestraler Kunst bereit. Die „Sinfonia concertante für Violine, Violoncello, Oboe, Fagott und Orchester B-Dur op. 84 Hob.105“ gehört wohl zu den schönsten Werken dieser Gattung. Mit Feinsinn und wohl eingesetzter Virtuosität erklang dieses Werk, wobei Bernhard Fork, Violine, Walter Götte, Violoncello, Mayumi Yamada-Kühne, Oboe und William Bond am Fagott ihre solistischen Partien in einem jederzeit stimmigen Dialog mit dem zurückhaltend agierenden Orchester spielten.

Als kleiner Ausflug in romantische Welten war die „Ouvertüre c-Moll D 8“ von Franz Schubert gewählt worden. Auch in dieser leicht dramatisch und von tiefen Gefühlen durchdrungenen Welt war die „Neue Philharmonie Westfalen“ bestens zu Hause. Sie benötigten keine übertriebene Effekte, ließen die Musik für sich sprechen.

Das Publikum erlebte in Greven ein Konzert, wie man es sich eigentlich nur wünschen kann – auf hohem künstlerischen Niveau gespielt und dabei noch überaus unterhaltsam.

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