Bullemänner im Ballenlager
Filetspitzen mit Lokalkolorit

Greven -

Mit einem urwestfälischen Abend verwöhnten die Bullemänner Augustin Upmann und Heinz Weißenberg sowie ihre „Tastenfachkraft“ Svetlana Svoroba am Freitag im ausverkauften Ballenlager Liebhaber feinsten Humors.

Sonntag, 18.03.2018, 16:03 Uhr aktualisiert: 19.03.2018, 15:20 Uhr
Die Bullemänner Augustin Upmann und Heinz Weißenberg sowie ihre „Tastenfachkraft“ Svetlana Svoroba unterhielten ihr Publikum mit einer bunten Humor-Mischung. Suchtrup, Greven und die große Welt fanden ihre Berücksichtigung.
Die Bullemänner Augustin Upmann und Heinz Weißenberg sowie ihre „Tastenfachkraft“ Svetlana Svoroba unterhielten ihr Publikum mit einer bunten Humor-Mischung. Suchtrup, Greven und die große Welt fanden ihre Berücksichtigung. Foto: Axel Engels

Wenn jemand sein 13. Bühnenprogramm „Schmacht“ nennt, sagt das ja viel über das Konzept aus. Gleich einem köstlichen Menü besteht „Schmacht“ aus vielen Ingredienzien, die zusammen ein verwöhnendes Ganzes bilden. Da gibt es eine Prise Comedy, bissiges Kabarett, Realsatire mit schwarzem Humor und mitreißende Lieder.

Die Bullemänner präsentierten ihre Filetspitzen mit Lokalkolorit köstlich gewürzt,

  Foto: Axel Engels

schenkten dem Publikum deftige Hausmannskost aus dem Alltag eines Feuerwehrmanns mit Hang zur Theatralik à la Shakespiere, und trieben den Blutzucker der Begeisterung durch Polit-Kritik-Kuchen in ungeahnte Höhen. Gelegentlich streuten sie mit reinem Blödsinn auflockernde Krumen unter das Volk. Die entpuppten sich bei näherer Betrachtung als nicht ganz so harmlos, in ihnen stecke so manche Lebensweisheit. Wenn in Suchtrup nach Intervention bei der Landesregierung, die den Ort vorher sträflich vernachlässigt hatte, der Bus mit Flüchtlingen anrollte, zeigten die Bullemänner ihre handfeste Willkommenskultur. Schließlich hat der Nachbarort einen ganzen neuen Sturm aus Afrika für seinen „FC Prölenbeck“ bekommen, und da wollten auch die Bullemänner mit allen übrigen Bewohnern von Suchtrup mithalten können.

Natürlich durften an diesem Abend die Seitenhiebe Richtung Reckenfeld nicht fehlen,

  Foto: Axel Engels

man weiß ja schließlich, wo man ist. Aber auch Greven mit seinen vielen Leerständen in der Innenstadt wurde von den Bullemännern nicht verschont. Heinz Weißenberg brachte es genüsslich mit „Wenn der Syrer nach Greven kommt, dann sagt er schon: Greven, das ist auch eine Umstellung“ auf den Punkt. Die große Politik kam bei „Schmacht“ nicht zu kurz. „Wissen Sie, warum Alexander Gauland so schäbig ist? Da sind seine Eltern dran schuld. Sie haben seine Schaukel zu nah an die Hauswand gebaut.“

Die Bullemänner offenbarten die wahre Entstehungsgeschichte der AfD. Stänkerfritzen

  Foto: Axel Engels

habe es schon immer in jeder Dorfkneipe an der Theke gegeben. Da hat man einfach nicht hingehört, und damit war es gut. Aber in Zeiten des Internets hätten sich die ganzen Stänkerfritzen vernetzt, und so sei die AfD entstanden – diese Weisheit kann man nicht in Frage stellen, wenn sie von studierten Leuten wie einem ehemaligen Lehrer und einem Juristen vorgetragen werden. Man traf bei „Schmacht“ auch alte Bekannte. Heinz Weißenberg war als Campingplatzwart Karl Faktor für die jungen Flüchtlinge zuständig, brachte ihnen „German Basics“ bei. August Upmann glänzte mit seiner Erklärung des urdeutschen Ritus des Schützenfestes. Da wurde in Suchtrup zuletzt sogar der Syrer Al-Kadiri zum König gekrönt, der mit seiner Kalaschnikow den Ehrenschuss vollzogen hatte. Panhas vom Getränkemarkt durfte nicht fehlen, und auch das Speeddating von Unterbrandmeister Heini Stertkötter wirkte wie ein Angriff auf die Lachmuskulatur des Publikums.

Mit wunderbaren Liedern verwöhnte das Trio, wobei die Tastenfachkraft auf ihrem „Dawai“ ihre ganzen Qualitäten einbrachte.

  Foto: Axel Engels

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