Gymnasium nimmt 154 Fünfer
Kein Losverfahren, keine sechs Züge

Greven -

Das Gymnasium Augustinianum wird zum neuen Schuljahr laut eigener Pressemitteilung alle 154 angemeldeten Fünftklässler aufnehmen. Ein Losverfahren werde trotz Überschreitens der Aufnahmegrenze (150) um vier Schüler nicht stattfinden.

Sonntag, 18.03.2018, 15:03 Uhr

Dr. Volker Krobisch
Dr. Volker Krobisch Foto: Privat

„Das Los ist immer die ‚unpädagogischste‘ Entscheidung bei der Wahl der Schulform, und die Enttäuschungen der Kinder und Eltern wären riesengroß gewesen“, so Schulleiter Dr. Volker Krobisch. Er freut sich über die Unterstützung für diesen Schritt durch die Bezirksregierung Münster und das Kollegium des Augustinianum. Die Obere Schulaufsicht erteilte mündlich eine Ausnahmegenehmigung und das Kollegium sprach sich – trotz großer pädagogischer Bedenken gegen große Klassen in der jüngsten Lehrerkonferenz – dafür aus, eine solche Entscheidung mitzutragen. Zum neuen Schuljahr werden somit vier 31er und eine 30er Klasse gebildet. In die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe (EF) wird das Gymnasium zusätzlich neun „Neue“ aufnehmen, hauptsächlich Absolventen der Anne-Frank-Realschule.

„Die Schulleitung hatte zuvor bei der Stadtverwaltung stark für die Erlaubnis zur Einrichtung eines sechszügigen Jahrgangs geworben und eine Absage erhalten. Der Rat der Stadt hatte noch am Mittwoch den Beschluss des Schulausschusses für eine Fünfzügigkeit bestätigt“, heißt es in der Pressemitteilung der Schule. „Die legitimen Interessen der Stadt zur Regulierung der Schülerströme in Greven standen hier gegen die Enttäuschung von vier Schülern“, so Krobisch. Hätte ein Losverfahren doch bedeutet, dass mit Blick auf die Geschlechterparität vier Jungen ohne Geschwister an der Schule aus der Lostrommel gefischt worden wären: „Einfach so, ohne auf den Einzelnen und seine Talente zu blicken. Das widerstrebt unserer pädagogischen Grundeinstellung.“ Eine Sechszügigkeit sei in den fünften Klassen räumlich und personell gut umzusetzen, so die Schule.

Die Nachteile sieht die Schule auch in der mangelnden Flexibilität. Bedeutet die Fünfzügigkeit doch, dass in diesen Jahrgang in den nächsten Jahren keine Zuzüge, Wiederholer oder Flücht-lingskinder aufgenommen werden können. Das würde auch bei der Einrichtung von 30er Klassen gelten. Darauf wurde die Stadt ausdrücklich hingewiesen. Man hat das akzeptiert. „Die Arbeit mit Flüchtlingskindern betrachten wir als eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe, der wir uns in der Vergangenheit gerne gestellt haben. Das tun wir auch in Zukunft, aber leider können wir das nicht in diesem Jahrgang“, so der Schulleiter.

Flexibilität bei der Klassenbildung ist nach Auffassung der Schule angesichts steigender Schülerzahlen in Greven in Zukunft ohnehin von der Stadt gefragt. Nicht im nächsten Jahr, weil dann eine geringere Zahl an Abgängern von den Grundschulen zu erwarten ist, aber in den Folgejahren.

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