Grevens Jugendfeuerwehr übt
Für den Ernstfall gewappnet

Greven -

In der Jugendfeuerwehr wird der Nachwuchs der Feuerwehr geschult. Die Jugendlichen lernen den Umgang mit technischen Geräten, die Theorie zu Einsatztaktiken oder Vorschriften. Insgesamt sind 22 Jungen und ein Mädchen dabei.

Montag, 19.03.2018, 20:03 Uhr

Dieses Auto ist ein echter Unfallwagen. An diesem Beispiel lernen die Jugendlichen den Ernstfall kennen.
Dieses Auto ist ein echter Unfallwagen. An diesem Beispiel lernen die Jugendlichen den Ernstfall kennen. Foto: Vera Brüssow

Das Szenario: Verkehrsunfall, bei dem ein Fahrer eingeklemmt wurde. Die Jugendfeuerwehr ist zur Stelle, um ihn aus seinem Fahrzeug zu retten. Zuerst sichert sie das Auto mit einem Unterbausystem. Dann öffnen die Jugendlichen die Ventile, um die Luft aus den Reifen abzulassen.

Um die verletzte Person aus dem Auto befreien zu können, müssen die Scheiben entfernt werden. Doch das passiert nicht mit Gewalt. Zwei Jugendliche kleben die Scheiben mit dickem, schwarzen Klebeband ab. „Das dient als Splitterschutz. So können wir problemlos mit dem Federkörner ein Loch in die Scheibe stoßen“, erklärt Jugendfeuerwehrleiter Tobias Breulmann.

Damit der Patient im Wagen geschützt ist, werden die anderen Scheiben mit einer dicken Kunststoffplatte hinterlegt. Wird die Scheibe dann aus der Tür gelöst, trennt sie sich als Ganzes ab.

Ganz wichtig ist außerdem der Eigenschutz inklusive Handschuhe, Helm und Schutzbrille. „Die Jungen und Mädchen sollen bei uns auf den Ernstfall vorbereitet werden. Sie erhalten einen Einblick in die Aufgaben eines Feuerwehrmannes“, so Breulmann.

Bei einem Einsatz gibt es stets unterschiedliche Einsatztruppen. Der Angriffstrupp ist vorne am Auto, der Melder kümmert sich um den Patienten und stellt die Betreuung sicher, indem er dem Verletzten alle Arbeitsschritte seiner Kollegen ganz genau erklärt. Dem Verletzen wird damit die Angst genommen und er wird nicht allein gelassen.

Der Wasser- und Schlauchtrupp kümmert sich um den Brandschutz sowie die Verkehrsabsicherung. Ein Gruppenführer organisiert und koordiniert den gesamten Einsatz.

Tobias Breulmann ist seit drei Jahren als Jugendfeuerwehrleiter und in der Berufsfeuerwehr aktiv.

Tobias Breulmann ist seit drei Jahren als Jugendfeuerwehrleiter und in der Berufsfeuerwehr aktiv. Foto: Vera Brüssow

Auch das lernen die Kids im Alter von 13 bis 17 Jahren bei der Jugendfeuerwehr. An verschiedenfarbigen Westen kann man die Aufgaben erkennen.

Während der Gruppenführer vorgibt, was als nächstes zu tun ist, kümmert sich der Melder um den Patienten. Die Fensterscheiben sind entfernt, nun ist die Fahrertür an der Reihe. Zwei Jungen benutzen dafür einen Spreizer, um die Türscharniere zu knacken. Mit vereinten Kräften halten sie das Gerät fest und setzen dort an, wo sie zuvor Schnittstellen aufgezeichnet haben. Sie setzen zuerst vorne an der Tür an, danach am Türschloss. „Die Tür ist dann als ein Element abnehmbar und die Feuerwehrleute können ungehindert zum Patienten“, fasst Breulmann zusammen.

Wie wichtig die Zusammenarbeit der Jugendlichen ist, wird klar deutlich. Sie arbeiten Hand in Hand und unterstützen sich den gesamten Einsatz lang, so wie es auch in Realität eintritt.

Auch die Pedale im Fußraum des Autos werden während dieser Übung abgetrennt. Die Ausbildung der Jugendfeuerwehr enthält viele praktische Teile.

Die Jugendlichen lernen den Umgang mit technischen Geräten, die Theorie zu Einsatztaktiken oder Vorschriften. Insgesamt sind 22 Jungen und ein Mädchen dabei. „Neben den wöchentlichen Treffen nehmen wir an vielen Wettbewerben auf Kreisebene und im Stadtjugendring teil“, führt Breulmann aus. Er selbst ist seit 2005 bei der Grevener Feuerwehr, zuerst als Ehrenamtlicher und seit einigen Jahren in der Berufsfeuerwehr. Seit 2015 leitet Tobias Breulmann die Jugendfeuerwehr und kann den Nachwuchskräften vor allem sehr viel eigenes Wissen mit auf den Weg geben.

Den nachgestellten Unfall mit dem Unfallfahrzeug haben die Feuerwehr-Kids gemeistert. In einer der nächsten Stunden werden sie das Abtrennen des Autodaches lernen. Nach jeder Übungseinheiten erhalten sie Feedback von ihren Ausbildern, damit sie sich jedes Mal verbessern können und alle Arbeitsschritte für den Ernstfall erlernen.

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