Akkordeonale im Ballenlager
Metamorphosen und Kontraste

Greven -

Folklore-Instrument, oder doch Miniaturorchester, oder zumindest Orgel-Ersatz? Nur wenige Instrumente finden derart vielfältige musikalische Verwendung, wie das Akkordeon. Am Samstagabend machten Servais Haanen und weitere sechs Musiker aus zahlreichen Ländern und Musikkulturen mit ihrer „Akkordeonale“-Festivaltour, die derzeit bereits ihre zehnte Auflage erlebt, Station im nahezu ausverkauften Ballenlager.

Sonntag, 08.04.2018, 16:04 Uhr

Sieben Musiker, die begeistern: Das Konzert des Akkordeonensembles,wurde durch Gitarre (Rafael Fraga) und Kontrabass (Veronica Perego) ergänzt.
Sieben Musiker, die begeistern: Das Konzert des Akkordeonensembles,wurde durch Gitarre (Rafael Fraga) und Kontrabass (Veronica Perego) ergänzt. Foto: Ulrich Coppel

In Haanens eigens komponierter „Fanfare“ begannen die Musiker das Konzert als Akkordeonensemble, welches durch Gitarre (Rafael Fraga ) und Kontrabass (Veronica Perego ) ergänzt wurde. In gemütlicher Runde spielte man sich gegenseitig kurze Themen zu.

Dimos Vougioukas konzertierte schon mit Megastars seiner griechischen Heimat, wie Georgios Dalaras und Nana Mouskouri. In Greven begab er sich mit seinen „Variationen über eine rumänische Suite“ solistisch auf eine musikalisch-volkstümliche Balkanreise von Rumänien, über Bulgarien und Serbien zurück nach Rumänien.

Omar Massar kontrastiere mit feurigen Tangoklängen aus seinem Bandoneon. Wenig bekannt ist, dass das Bandoneon die Erfindung des Krefelders Heinrich Band war, der dem Instrument auch seinen Namen gab. Nur in Bands eigenem Geschäft konnte man das Instrument ursprünglich erwerben. Von dort aus startete die beispiellose Weltreise des Bandoneons, für welches dies zugleich eine einzigartige musikalische Metamorphose bedeutete. Es wuchs hinein in den völlig neuen kulturellen Kontext Lateinamerikas, und damit in ein ebenso musikalisch-elaboriertes, wie sinnlich- erotisches Einsatzfeld. Wer liebt denn nicht die Tango-Nuevo-Musik des Argentiniers Astor Piazzolla? Dessen „Libertango“ gab es denn auch als verwöhnende Zugabe.

Doch zuvor gab es noch zahlreiche weitere Metamorphosen und Kontraste. Die Ägypterin Youssra El Hawary besang und bespielte in „Fil Sharea“ das in ihrer Heimat wenig geschätzte Thema „Küssen in der Öffentlichkeit“. Joao Pedro Teixeira bot in „Remelexo“ jazzige Chord-Melody Changes.

Schön war`s.

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