Vortrag bei der Kolpingsfamilie
Schon 60 Prozent Urnenbestattungen

Reckenfeld -

Sarg oder Urne? Friedhof oder Friedwald? um diese Fragen drehte sich ein Themenabend, zu dem die Kolpingsfamilie Reckenfeld Pastoralreferentin Maria Wagner eingeladen hatte, die den Wandel der Friedhofskultur erläuterte.

Montag, 23.04.2018, 21:04 Uhr

Die Besucher ließen sich von Pastoralreferentin Maria Wagner über das Thema Bestattung informieren.
Die Besucher ließen sich von Pastoralreferentin Maria Wagner über das Thema Bestattung informieren.

Grundlage einer christlichen Bestattung sei die Menschenwürde, jeder Mensch eine einmalige Persönlichkeit. In einer christlichen Bestattung kommt die Hoffnung zum Ausdruck, dass Gott unsere Persönlichkeit vollendet. Daher gibt es in Greven auch seit einigen Jahren keine anonymen Beerdigungen mehr. Aufgabe der Seelsorge ist es, in einer christlichen Bestattung Hoffnung auf die Auferstehung zu machen, erläuterte die Pastoralreferentin.

Die Teilnehmer erfuhren: 60 Prozent der Bestattungen finden heute im Rahmen einer Urnenbestattung statt, nur noch 40 als Sargbestattung. 1986 gab es die erste Urnenbestattung in Greven. Seit 2003 gibt es auch muslimischen Gräber auf den Grevener Friedhöfen.

Früher befanden sich die Friedhöfe in der Nähe der Kirchen. Während der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts blieb der Friedhof der Martinuskirche weiterhin in der Hand der Kirche. 1894 wurde der Friedhof von der Lindenstr. an die Saerbecker Straße verlegt. An der Lindenstr. befindet sich an der Stelle, an der sich früher der Altar der Friedhofskapelle befand, heute noch ein eisernes Kreuz. 1906 wurde der Friedhof in Schmedehausen begründet, 1931 der evangelische Friedhof in Reckenfeld und 1934 der kath. Friedhof. 1954 war das Gründungsjahr des Friedhofs in Bockholt. 1980 fand die Erweiterung des Friedhofs am Jägerweg statt, gleichzeitig wurde der Friedhof unter die gemeinsame Verwaltung der evangelischen und der katholischen Kirche sowie der Stadt gestellt. 1985 wurde der Friedhof an der Saerbecker Straße erweitert; die Trägerschaft blieb weiterhin in der Hand der Kirche.

In Greven gibt es verschiedene Grabanlagen. In einer Gemeinschaftsgrabanlage können Urnen und Särge bestattet werden. Eine dort eingerichtete Wahlstelle wird über 30 Jahre gepflegt, der Preis für eine Grabstelle dort ist incl. des Grabsteins aus Sandstein. Ein Rasengrab, in dem sowohl Urnen als auch Särge beigesetzt werden können, ist günstiger; es ist jedoch nicht verlängerbar. Die „günstigste“ Form einer Bestattung findet in einem Reihengrab statt.

An der Saerbecker Straße besteht die Möglichkeit, Frühchen beizusetzen. Die Beisetzung ist kostenfrei. Für Sternenkinder gibt es keine Bestattungspflicht, allerdings ein Bestattungsrecht.

Einen Friedwald gibt es derzeit in Greven nicht. Bestattungen können in einem Friedwald naturverbunden, schlicht und tröstlich stattfinden. Die Baumgräber im Friedwald sind schlicht und einfach. Lediglich ein Namensschild macht auf die Grabstätte aufmerksam. Die Grabpflege übernimmt die Natur. Grabschmuck ist nicht erlaubt. Voraussetzung für eine Beisetzung in einem Friedwald ist die Einäscherung. Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche nimmt Beisetzungen im Friedwald vor.

Die Edelsteinbestattung ist eine sehr neue Bestattungsart. Nach der Einäscherung wird aus einem Teil der Asche ein Edelstein hergestellt.

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