Nabu-Kreisverband nimmt Stellung
Eingriff in den Landschaftsschutz

Greven -

Greven könnte einen Friedwald bekommen. Das jedenfalls geht aus der Vorlage der Verwaltung für die Sitzung des Hauptausschusses hervor.

Montag, 30.04.2018, 07:04 Uhr

Wald in der Gronenburg.  Ein Bild aus dem Wald an der Gronenburg, in dem es im Winter auch Schäden durch den Sturm Friederike gegeben hat.
Wald in der Gronenburg.  Ein Bild aus dem Wald an der Gronenburg, in dem es im Winter auch Schäden durch den Sturm Friederike gegeben hat. Foto: Günter Benning

„Die Idee, im Waldstück an der Gronenburg einen Friedwald einzurichten, wird grundsätzlich weiter verfolgt“, heißt es dort. Ob das Projekt an der Stelle tatsächlich umgesetzt werden wird, steht indes in den Sternen.

Unter anderem soll die FriedWald GmbH zunächst darlegen, ob sich Auswirkungen auf das Landschaftsschutzgebiet ergeben, etwa durch den Verkehr und die benötigte Infrastruktur.

In der Folge will sich die Stadtverwaltung mit der Unteren Naturschutzbehörde abstimmen, unter welchen Voraussetzungen das Projekt genehmigt werden könne. Wenn das an der dafür vorgesehen Fläche nicht möglich sei, wird alternativ die Brachfläche am Friedhof Saerbecker Straße in die Diskussion eingeführt. Dort könne etwa durch Aufforstung langfristig ein Bestattungswald entstehen.

Nabu-Kreisgeschäftsführer Gisbert Lütke.

Nabu-Kreisgeschäftsführer Gisbert Lütke. Foto: sdfsdf

„Aus Sicht der Umweltverbände im Kreis Steinfurt ist die Überlegung, durch Aufforstung auf dem Friedhof an der Saerbecker Straße einen Bestattungswald einzurichten sehr zu begrüßen. Aktuell besteht dort bereits die Möglichkeit, sich an einem Baum bestatten zu lassen“, freut sich Gisbert Lütke, Geschäftsführer des NABU-Kreisverbandes.

Unverständlich seien Überlegungen, für einen solchen Zweck Flächen aus einem Landschaftsschutzgebiet vorzusehen. „Das Gebiet ist 1971 unter Schutz gestellt worden, weil die Notwendigkeit dazu erkannt worden ist“, ergänzt Lothar Riedel, im NABU-Kreisverband zuständig für die „Grevener Themen“.

Es gebe keinen Anlass, diesen Schutz jetzt aufzuheben „Im Gegenteil: Er ist dringlicher denn je.“ Der Charakter eines Landschaftsschutzgebietes habe andere Zielsetzungen. Totholz als ein Lebensraum oder tote Äste seien nicht mit der zu erwartenden barrierefreien Gestaltung vereinbar.

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Der mögliche Friedwald an der Gronenburg

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  • Dies ist der mögliche Standort für einen Friedwald in der Gronenburg.j

    Foto: Stadt Greven
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning
  • Wild romantisch wirkt der mögliche Friedwald an der Gronenburg.

    Foto: Günter Benning

ütke verweist auf eine aktuelle Untersuchung der Bundesumweltstiftung. Darin werde „das Einbringen menschlicher Asche“ als „Kontamination“ bewertet. Wenn er die Überlegungen richtig kenne, sollen rund 80 Prozent der Waldfläche für Bestattungen vorgesehen werden – „das wären dann auf Greven bezogen mehrerer Tonnen“.

Weitere Fragen aus der Vergangenheit müssten geklärt werden. Aus alten Unterlagen gehe hervor, dass in den letzten Kriegstagen in diesem Bereich erhebliche Mengen an Munition gesprengt worden seien. Ob es weitere Reste gebe, müsse untersucht werden.

Lütke und Riedel heben im Gespräch mit unserer Zeitung hervor, dass nach ihrem Eindruck die Diskussion um den Friedwald an der Grevener Bevölkerung vorbei geführt werde. So habe ein Runder Tisch Mitte Februar unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. „Bei einem so sensiblen Thema ist das sehr unglücklich.“ Und wenn öffentlich diskutiert werde, würden Erbsen mit Birnen verglichen. Hinweisen auf den Friedwald in Horstmar etwa fehle die Information, dass die Fläche dort niemals ein Schutzgebiet gewesen sei. Somit sei keine Vergleichbarkeit gegeben.

Zum Thema

„Ausweisung eines FriedWald-Standortes auf dem Gebiet der Stadt Greven“ – so lautet der Tagesordnungspunkt 8 der öffentlichen Sitzung des Haupt-/Finanz- und Wirtschaftsausschusses am Mittwoch, 2. Mai. Beginn ist um 17 Uhr im Rathaus. Das Thema wird ebenfalls in der Sitzung des Rats am 16. Mai diskutiert.

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Zum Thema

Friedwald in der Diskussion:

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„Über allen Wipfeln ist Ruh. . .“ – so ist eine Informationsveranstaltung am Donnerstag, 24. Mai, überschrieben.

Diplom-Ingenieur Andreas Morgenroth aus Hamburg ist Experte für Friedhofskonzepte. Er spricht ab 19 Uhr in der Marienkirche, Grabenstraße 24, zum Thema „Bestattungskultur als neues Geschäftsmodell – ein Friedwald in der Diskussion“.

Veranstalter sind der NABU-Kreisverband und die katholische und die evangelische Kirche in Greven. Alle Interessenten sind eingeladen. „In Greven sollten die Menschen über das Vorhaben entscheiden und nicht ein einseitig vom Investor informierter Rat“, heißt es in der Einladung. Das Thema dürfe nicht nur von der kommerziellen Seite betrachtet werden.

Schließlich handele es sich um Menschen, die auch nach deren Ableben wichtiger Bestandteil des Lebens ihrer Angehörigen seien. Ein Friedhof welcher Art auch immer müsse deshalb als ein Ort der Trauer auch zukunftsfähig sein. Die Veranstaltung will dazu einen Überblick geben.

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